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 Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!

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Virgilia
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mi Sep 09, 2009 5:29 pm

Hi Renee

Du kannst nicht nur klasse Schiffe bauen - nähen kannst du auch noch toll Augen rausfallen
das wird ein richtiges Sahnestück wenn das fertig ist.

Tschau
Virgilia
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Daniel
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mi Sep 09, 2009 8:10 pm

Hallo Renee,

schon oft gesagt worden
aber man kann sich immer wieder wiederholen.
Der Wahnsinn was du hier zeigst.
Diese saubere Arbeit und die präzisen Erläuterungen
sind einfach genial!
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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mi Sep 09, 2009 9:29 pm

Hallo Rätselfreunde...
Bild eins zeigt - Aus dem Buch:
Modellbau von Schiffen des 16. und 17. Jahrhunderts

Im Anfang des 17. Jahrhunderts begann die stehende Part des Vormarsfalls am Großstag. Das Drehreep führte von der Rah über Scheiben in den Mastwangen oder über ein Scheibgat in der Stenge zu einer Talje, deren stehende Part mit einer großen Anzahl Spruten am Großstag befestigt war, während die laufende Part durch einen Block geschoren wurde, der ebenfalls an den Spruten am Stag angriff. Ein Führungsblock am Stag leitete das Ende an Deck.

Bild zwei zeigt meine Interpretation auf den "Roten Löwen" angewandt.
Bild drei: Aus dem Buch "Segelschiffe - Königinnen der Meere"

Auf der Baustelle in meiner Wohnung haben die Handwerker inzwischen eine Fußleiste niedergemacht und zerbrochen.
Morgen soll sie ausgebessert werden. Mal schau'n!
Euer Renee



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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Fr Sep 11, 2009 10:14 pm

Hallo Takelfreunde...
Also so richtig zufrieden bin ich ja nicht - zumindest mit den Handwerkern! Wenn ich den "Löwen" den roten SO gebaut hätte, wie manche Leute arbeiten, Prost Mahlzeit. Das erste Foto zeigt die zebrochen Fußleiste NACH der Reparatur. scratch Ich warte allerdings noch auf den Maler, der soll dann den Rest ausbessern.
Aber es giebt auch nettes zu berichten. sunny
Das Vormarsfall ist angebracht. Da sich mein Plan in dieser Richtung etwas, sagen wir mal, bedeckt hält, hab ich mich an das Schwarz/weiß-Fofo orientiert.
Zunächst wurde das Fall durch das Eselshaupt gefädelt und dann an der Stage provisorisch festgemacht. Damit soll später die Rah angebunden werden. Durch den vorher angebrachten Block ging's nun weiter nach unten. Und zwar wurde die laufenden Part auf Deckshöhe mit einer Klammer gehalten, während die Stehende nun für das mühevolle Häkeln der Spruten herhalten mußte. Hier wurde zunächst, die aus drei Dreiecken bestehende Grundform angelegt und mit der Großstage verknüpft. Was nun folgte ist einem Klöppeln oder Häkeln sicher nicht unähnlich, zumindest macht es genauso "viel Spaß". Dreimal hab ich die Fäden komplett neu angelegt, bis die Richtung so einigermaßen stimmte. Dabei viel mir auch auf, das die Reihenfolge, sowie die Richtung (von vorn oder von hinten durch die Schlaufe?) von großer Bedeutung ist. Sonst verdreht sich das filigrane Konstrukt und die Spruten laufen kreuz und quer.
Ärgerlich ist an der Sache weiterhin, das der Faden enorm faserig/fusselig ist. Aber nochmal wird NICHT geschnitten!
Bei den letzten beiden Bildern hab ich versucht mit der "Knipskiste" ein Vergleichsfoto zu schießen und bin mit mir und der Welt wieder versöhnt. Zwinkern
Bis dann also, Euer Renee








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Jason
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Sa Sep 12, 2009 1:00 pm

Hallo Renee,

die Arbeiter sollten sich mal ein Beispiel an Dir nehmen, dann müsste nicht gemurckst werden.
Ich will mich nicht schon wieder wiederholen, kann mich nicht satt sehen von Deinem Löwen.
zwei

Gruß

Jason
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stephan
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   So Sep 13, 2009 10:08 am

Mein lieber Renee,

an dem Baubericht kann sich so manche Werft eine Scheibe abschneiden. Sollte auf Grund von Energieknappheit in Zukunft der Schiffsbau wieder auf ökologische Modelle stürzen hast Du verm. Jobangebote ohne Ende. Idea

Aber, ich trau mich ja gar nicht richtig, da ist eine kleine Unschönheit - oder ich interpretiere das falsch. Mal sehen ob ich das richtig beschreibe:

Im letzte Bild die linke Sprut wirkt oben wo sie sich mit der anderen Sprut verbindet etwas "ausgeleiert" bzw. nicht straff. Evtl. kommt da ja noch eine Rolle hin (so wie in Deiner Zeichnung oder dem Bild davor).

Bei all den perfekt geraden gezogenen Takelungen ist mir das ins Auge gestochen. Außerdem fuseln die sehr - die Spruten.

Ansonsten ist zu berichten das ich immer bevor ich Deinen Baubericht öffne mir ein Kissen auf den Schreibtisch lege damit die Kinnlade nicht immer so hart auf die Platte knallt Very Happy

Liebe Grüsse,
Stephan
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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   So Sep 13, 2009 10:45 am

Guten Morgen allerseits...
Nachdem gestern erstmal Großreinemachen an der Baustelle zu Hause angesagt war, hab ich mich heut morgen hingesetzt und die letzten Arbeiten am Modell Revue passieren lassen. Bei der Blinde hab ich dann auch eine Unwägbarkeit festgestellt. Seit dem Vormarsfall bin ich, was den Plan angeht nicht mehr so sicher. Aber es ist auch KEIN Takelplan, sondern eine Gesamtansicht! Da mag das ein oder andere Detail schon mal vom Tisch gefallen sein. Zurück zur Blinde. Aufgefallen ist mir das keine Toppnanten eingezeichnet sind. Auf anderen Darstellungen sind sie allerdings vorhanden. Bei der Mayflower, ein englisches Schiff und gut 20 Jahre jünger, waren sie vorhanden. Dort wurde sogar zusätzlich mit Konterbrassen gearbeitet. Da muß ich nochmal schau'n.


Nun aber weiter beim "Löwen":
Um Euch, insbesondere aber auch mir, einen Überblick auf die nächsten Arbeiten zu ermöglichen, hab ich das Focksegel einmal zeichnerisch festgehalten.
Dabei fiel auf, das ich die Verbinder (Sprutgordingsstander) zu den Spruten vollkommen falsch angedacht habe.
Da sieht man mal wieder, was ein unüberlegtes, schnelles Handeln so mit sich bringt. Dank meiner Skizze sind die Verhältnisse allerdings wieder gerade gerückt, sodas einem Weiterbau vorab nichts mehr im Wege steht. Und nun an's Werk.



Ach ja - bevor ich's vergesse!
Dank der Anteilnahme an diesem Bau, kam aus dem Nachbarforum der Tip, gegen fusseliges Garn doch etwas Bienenwachs einzusetzen. Ich besorgte mir also ein paar Teelichter und zog den Faden darüber. Nach dem Glattziehen zwischen den Fingern, bei dem das Wachs tief in die Poren des Garns dringt, bekam ich eine wunderschöne Oberfläche. Und alle Fusseln waren weg! Da um 1597 die Spruten scheinbar groß in Mode waren, kann ich diesen wertvollen Tip noch mehrmals auf seine Anwendbarkeit testen.


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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   So Sep 13, 2009 7:56 pm

Ich habe mich nun doch entschlossen für die Spruten keine Schlinge sondern winzige runde Jungfern einzusetzen. Das sind dann je zwei (re./li.) auf jeder Vor- und Rückseite. Also insgesamt Acht. Gleich beim dritten Pärchen hatte ich, wie es schien, etwas vergessen. Die Konzentration lässt doch arg nach!
Aber ab kommenden Wochenende hab ich ja drei Wochen Urlaub. affraid Yeepe! sunny
Diese Pärchen wurden alsdann mit einer weiteren Leine verbunden, so das sie in etwa ein "H" ergeben. An den Querstrich dieses "H" (dem Sprutgordingsstander) wird nun noch das Srutgordingstakel angestroppt, damit man die Spruten von Deck aus bewegen kann.
Beim Einholen der Segel ist das neben den Geitauen und Buggordings eine wertvolle Hilfe. Das Anstroppen dieser Winzlinge ist allerdings schon eine echte Plackerei und nichts für schwache Nerven. Pfeifen
Bild vier zeigt wie ich nach dem Umschlingen des Blocks, das Tauende mit einem Knoten sichere.
Nun war Ideenreichtum gefragt. Dieses in alle Himmelsrichtungen abstehende Konstrukt wollte gebändigt sein.
Ich nahm dazu zwei, mit einem Saugfuß versehene Klammern und setzte es unter Zug.






Nun konnten die Hilfsknoten angebracht werden, die aber später wieder verschwinden. Damit ging's nun auf's Segel. Der erste Sprutenblock wurde "vernäht", wobei verschlungen die Sache noch besser trifft. Immer schön gleichmäßig von einem Loch auf der Vorderseite, durch den Seitenlegel, in das entsprechende Loch vom Block auf der Rückseite. Und so wie sich das liest, fühlt es sich auch an. Ziemlich verwirrend. Überlegen Auf jeden Fall geht's von da, zurück durch den Legel, wieder nach vorn. Allerdings nun ins nächste Loch. usw. usw. Nachdem der Erste Block nun geschafft war, gab's eine Pause. Die Gier nach Koffein und Nikotin wurde gar übermächtig. pale Nun, da die Nerven langsam ruhiger wurden, setzte gleich die Sucht nach den Spruten wieder ein. "Zum Glück sind an dem Boot noch genügend vorhanden". Der untere Sprutblock wurde belegt und danach wandteich mich der zweiten Seite zu. Das Ganze noch einmal. Inzwischen sind die Spruten am Focksegel fertig gestellt. Allerdings, wenn sie nicht auf Zug gehalten werden, verwinden sie sich gerne. Später am Mast, an der Reling belegt und dann noch im aufgegeiten Zustand, wird mann davon nichts mehr sehen. Mir geht das allerdings jetzt schon so. Pfeifen Meine Nerven flattern, die Augen schielen bereits und meine zittrigen Finger wissen kaum die Tasten der Tastatur zu treffen.
Bis die Tage, Euer Renee





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Rudy
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mo Sep 14, 2009 4:50 pm

Also wenn ich mir das so alles anschaue und die Erinnerungen an meine Mayflower zurueck kehren habe ich beschlossen meine Victory nur mit stehendem Gut zu bauen. Und das ist bei einem so grossen Schiff schon Plage genug. Nun habe ich ja das Glueck das die Victory ein Holzmodell ist. Das macht alles viel stabiler. Jedenfalls baust Du da gerade ein bewundernswertes Segelschiff. Bastelgott
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E-Maat
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mo Sep 14, 2009 8:29 pm

Hallo Renee,
du schummelst ja. Die Enden sind ja alle nicht
vorbildgerecht gespleißt. Da solltest du ein wenig
nacharbeiten.
Lachen Engel Lachen
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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   So Sep 20, 2009 10:10 am

Der "Schummler" meldet sich zurück! - Neues vom "Löwen"...
Beginnen wir mal gestern Morgen. Mein erster Urlaubstag (ich zähl den Samstag einfach mal mit), gegen 4:00 Uhr in der Frühe. Ich werde wach und sofort plagt mich der Gedanke an die "fusseligen" Spruten am Fall des Vormarssegels. Aber ich habe eine Vision! Was wäre wenn?
Etwa 'ne halbe Stunde später, nach einem Kaffee und einem "Rauchopfer", sitze ich vor dem unglücklichen "Löwen" und habe das chirurgische Besteck in der Hand.
Ich nehme all meinen Mut zusammen - los geht's.
Eine Notoperation. Ein beherzter Schnitt - und die Spruten lassen sich nun bestenfalls als Reisigbesen verwenden. Diesmal nehme ich das vorher gewachste Garn und beginne mit der Wiederbelebung des Gewebes.
Nach weiteren fünf Stunden und mehreren Versuchen dem jetzt "steifen" gewachsten Garn meine Absicht beizubringen bin ich wieder mit den Nerven am Ende.
Aber es ist geschafft. Diesmal zwar etwas "beulig", aber ohne Fusseln. Und gelernt hab ich dabei! Nämlich wie's beim nächsten Mal noch besser werden kann. Aber dazu in einem (möglicherweise) späteren Baubericht mehr.



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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   So Sep 20, 2009 10:16 am

Nach einer ausgiebigen Pause, der Flurwoche Rolling Eyes und Einkaufen gehen, ging's nun am Focksegel weiter. Soweit hatte ich alles am Segel vorbereitet, aber da war noch das Fall, das mit seinem Kardeel und dem Knecht durch die Grätings, bis unter Deck geführt wird. Die Leinen mit dem Kardeel hatte ich, in weiser Voraussicht, schon bei Mastsetzung durch das Eselshaupt des Vormastes gefädelt. Nun mußte noch der Knecht mittels einer Talje damit verbunden und durch die Grätings im Kastell eingeklebt werden. Das ging, dank der Suspect vorausschauenden Planung sehr gut und steht mir beim Großmast noch einmal bevor. Abschließend wurde die Grätings mit dem eingelassenen Rand "nur" lose aufgelegt.





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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   So Sep 20, 2009 10:23 am

Und nun ging's an Anbringen des Segels. Hierzu sind etliche Klammern, Fingerspitzengefühl, Voraussicht und starke Nerven vonnöten.
Ich gehe dabei wie folgt vor:
Als Erstes werden die Toppnanten durch die, unter der Mars vorgesehenen Blöcke geschoren, damit das Segel schon mal hängt. Pause!
Nun die Nockgordings durch die kleineren Blöcke, ebenfalls unter der Mars. Pause!
Jetzt sollte unbedingt mal sortiert werden, in Leinen - hinter und vor dem Segel. Diese werden jeweils zusammen gefaßt, die geschorenen mit Klammern belegt und der Rest, irgendwo außer Reichweite des Racks, lose aufgehängt. Bislang ist die "ganze Geschichte" noch ziemlich lose, das wird sich nach der nächsten Pause ändern.
Nun wird das Rack um den Masten geschlungen (aufpassen, da hängen schon mit Klammern belegte Leinen) und mit dem unteren, durch die Klotjes gefädelten Fadens, zwischen Segel und Rah hindurch, nach vorne genommen. Mit dem oberen über der Rah geführten Faden verknoten und festmachen! Das Segel lässt sich nunmehr nur noch senkrecht bewegen. Pause!
Als nächstes kommt das, durch das Eselshaupt und den Mastkorb gezogenen Fall an die Reihe. Beide Enden werden von hinten, unter der Rah hindurch, nach vorne genommen und miteinander verknotet. Soweit der Stand der Dinge. Segel und Rah sind nun fest.
Das letzte Bild zeigt die Leinenführung am Focksegel nochmal als Skizze. Wink
Und bis zum Aufgeien des Segels bitte ich noch um etwas Geduld. Sleep





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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   So Sep 20, 2009 11:59 am

Toppnanten:
Soeben erreicht mich die Mitteilung eines wertvollen Mitdenkers:
Zitat :
P.S. noch eine Kleinigkeit: die Toppnanten werden im rechten Winkel durch die Schotblöcke gezogen. Sonst geraten sie mit den Schoten in Kollision!
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, sähe das SO aus. Ich denke, das ist noch mal gut gegangen - "gerettet"!



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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mo Sep 21, 2009 8:21 pm

Tach zusammen...
Wow - also Urlaub ist schon was Feines!
Bevor es nun an's aufgeien des Focksegels geht (etwa so wie das Großsegel der Mayflower), mußte ich mir über die Belegpunkte klar werden.
Als Grundlage dafür hab ich den Belegplan aus dem Buch "Modellbau von Schiffen des 16. und 17. Jahrhunderts" genommen.
Da das aber nicht so ganz auf meinen "Löwen" zugeschnitten ist, hab ich lange hin und her getüftelt, wie das auf meinem Boot ausschauen könnte.
Eine Arbeit, die ich mir gerne erspart hätte, aber der Baumeister (martinships.com) dessen "Roter Löwe", im Wissenschaftlichen Institut für Schiffahrts- und Marinegeschichte Hamburg ausgestellt ist meldet sich nicht auf meine Anfrage.
Also was bleibt? Selbst ist der Mann.
Inzwischen sind die Belegungen des Fockmastes gefunden und das soll mir für's Erste reichen.
Da ich keinen "Schimmer" habe, ob sie auch wirklich dahin gehören, gibt es keinerlei Gewähr.
Ansonsten hab ich sechs Kreuzhölzer gefertigt, die eingezeichneten Belegstellen mit Drahtösen (sehen später zusammengekniffen wie Koffienägel aus)
versehen, einen Flaggenmast repariert (bin ich mit dem Ärmel hängengeblieben) und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.
Euer Renee




Außerdem hab ich mir auf Grund einer entsprechenden Frage, nochmal die Innenansicht vorgenommen und dabei nach der Schiffsglocke geforscht.
Heraus kam neben der aktualisierten Skizze, das auf holländischen Schiffen die Glocke erst Anfang des 18. Jahrhunderts Eingang fand.
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Renee
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Di Sep 22, 2009 10:26 pm

Guten Abend Leichtmatrosen und Sehleute...
Heute wollte ich es endlich mal wahr machen und das Focksegel im Bauch aufgeien.
Meine bisherigen Versuche in dieser Richtung waren leider noch nicht so ganz überzeugend. scratch
Das liegt zum Einen sicher daran das ich eine waschechte Landratte bin, zum Anderen hab ich bislang keine "vernünftige" Beschreibung study gefunden, wie man das macht. Außer einer Zeichnung dazu, war ich immer auf logische Überlegungen und ausprobieren angewiesen. Das erste Mal bei meiner "GRANADO" waren sie eher gefaltet. Es folgte die Maiblume mit "schwungvoll" gegeitem Großsegel. Aller guten Dinge sind Drei. Beim "Löwen" hab ich es geschafft die Segel richtig
an die Rah zu binden, warum soll da das Aufgeien in die Hose geh'n?
Zunächst wurden alle Leinen (bis auf die Brassen) sortiert. Immerhin zwölf Stück.






Dann kam das Kommando: Pfeifen
klar zum Bergen der Fock,
an die Geitaue und Gordings,
klar bei Luv-Hals,
klar bei Lee-Schot,
Rückmeldungen: Klar bei ......
gei auf die Fock,
fier den Hals,
fier die Schot,
hol die Geitau und Gordings,
fest und belege den Hals,
fest und belege die Schot,
fest und belege Geitau und Gordings

Und was soll ich sagen? Die Mannschaft war ein eingespieltes Team. Schaust Du
Denn "zackdiewumm" war das Segel gegeit! Ich hatte natürlich beim Kommandieren die "Knipskiste" zur Hand und hab vorsichtshalber alles mal festgehalten.
Also für meine Begriffe kommt es der Zeichnung recht nahe. Ob es aber auch richtig ist? Nun, darüber hüllte sich die Mannschaft in Schweigen! Sehen, Höhren, Sprec





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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Di Sep 22, 2009 10:32 pm

Außerdem fand ich im Netz noch folgende Troesten Beschreibungen:

Beim "Aufgeien" wird ein Segel mit den Geitauen an die Rah geholt.

Werden die Segel aufgegeit, so sind die Gordings verzögert nach den Geitauen zu holen, die Segel falten sich besser auf.
Bei Starkwind müssen die Gordings mitgeholt werden (siehe Segel bei Starkwind).

Fieren = eine Leine langsam nachgeben, ohne sie ausrauschen zu lassen.

Und mit diesen Fotos sag ich "gut's Sleep Nächt'le, Euer Renee





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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mi Sep 23, 2009 9:00 am

Hallo Renee,
kann es sein, dass Wolfram zu Mondfeld bei dir in die Lehre ging Wink
Oder warst Du auf dem Roten Löwen in einem früheren Leben der Schiffszimmermann?
Gruss Uwe
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Mi Sep 23, 2009 8:40 pm

Hallo Uwe,
Renee war nicht der Zimmermann, sondern der
Kapitän.
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BeitragThema: Re: Baubericht "Fregatte Roter Löwe" - fertig!   Do Sep 24, 2009 11:24 am

Danke Martin, für die Richtigstellung!
Ich bin, war und bleibe der Käpt'n! Engel
Gruß, Renee
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