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 Keystone Shay

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bluetrain
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BeitragThema: Keystone Shay   Sa 22 Aug 2009 - 22:47

Hallo,
ich möchte es mal probieren, und einen Baubericht posten.
Entstehen wird eine Shay-Lokomotive aus einem Bausatz der Firma Keystone Locomotive Works (ich bin mir nicht sicher, ob es die noch gibt...).
Der Bausatz ist komplett aus Weissmetall, mit einigen wenigen Messingteilen. Gedacht ist das ganze als Standmodell, wobei es aber möglich ist, das Maschinchen zu motorisieren, und tatsächlich auf einer Modellbahn einzusetzen.
Nach meinen ersten Erfahrungen mit dem Material (großer Vorteil: es ist weich, und läßt sich gut bearbeiten, großer Nachteil: es ist weich - und verbiegt sehr schnell, und es enthält Blei affraid ) werde ich es bei einem Standmodell belassen, werde aber versuchen so viel Beweglichkeit wie möglich zu erhalten.

Kurz zur Geschichte: Ende des 19 Jh. gingen der amerikanischen Holzindustrie die Bäume in erreichbaren Gebieten aus, und es mußten immer weitere Transportwege in Kauf genommen werden. Die Idee, Eisenbahnen zu verwenden, ging zunächst nicht auf, denn die bis dahin konstruierten Loks waren entweder zu schwer, oder nicht zugkräftig genug - oder sie erforderten einen aufwändigen Streckenbau. Der Holzunternehmer Ephraim Shay ließ sich davon nicht entmutigen - und fand nach einigen Fehlschlägen eine Lösung. Er nutzte 2 einfache Waggondrehgestelle, verband beide Achsen durch eine starre Welle mit Kegelrädern, und die Drehgestelle über Kardanwellen mit einer senkrecht stehenden 2 Zylinder Dampfmaschine.
Diese Lok war durch ihre Drehgestelle in der Lage auf provisorischen Gleisen, in engen Kurven und auf steilen Steigungen ihre Arbeit zu verrichten.
Die ersten Shays waren kleine 20t Maschinen mit 2 Drehgestellen und 2 Zylindermaschinen (Class A), später wurden die Shays schwerer, bekamen 3 Zylinder (Class B) oder noch ein drittes oder viertes Drehgestell (Class C), ebenfalls über Kardanwelle mit der Maschine verbunden. Auf dem 3. und 4 Gestell wurden zusätzliche Öl und Wasservorräte mitgeführt.
Shays wurden nicht nur in der Holzindustrie, sondern auch im Bergbau, Hüttenwesen, auf Plantagen oder als Rangierloks eingesetzt.

Das Modell entspricht einer 20 ton 2-truck Class A Shay, etwa Baujahr 1918.


Die Teilesammlung, dazu kommen noch ein Stück 0,5mm Stahldraht, und ein Stück 0,8mm Messingdraht. Das ganze ordentlich in Tütchen verpackt in einem kleinen Karton, nebst einer englischen Bauanleitung.


Schöne Strukturen an den Holzteilen und Nietenreihen.


Teile eines Drehgestells, gut zu sehen die Kegelräder an den Rädern. Grat ist wenig vorhanden, und er läßt scich gut "wegschnitzen". Feilen geht eher schlecht, das Material schmiert.


In der kleinen Schachtel sind Teile der Maschine, und des Getriebes. Sehr wenig Grat, sehr fein, winzig, erstaunlich...


Auf der Rückseite noch mehr davon, hauptsächlich Teile für die Kardangelenke.


Grüße
Jürgen
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Jürgen Düll
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 23 Aug 2009 - 11:11

Hallo Jürgen,

da freue ich mich doch riesig über deinen Baubericht, ist einmal etwas anderes. Bin schon auf weiteres gespannt zwei

Gruß Jürgen

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Gruß Jürgen


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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 23 Aug 2009 - 21:02

Hallo Jürgen,
da hast du dir aber einen feinen Bausatz ausgesucht.
Das gibt ein tolles Modell.
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 23 Aug 2009 - 21:48

Hallo,
weiter gehts. Zuerst habe ich angefangen, die Teile des Rahmens, der Kabine und des Tenders zu entgraten, außerdem die Gehäuseteile der Dampfmaschine. Hierbei habe ich gleich die Tücken des Materials kennengelernt. Feilen verschmieren, zumindest feine.
Mit groben Feilen geht es besser - aber man hat sehr schnell mehr geschafft als man wollte.
Am Besten geht das ganze noch mit scharfen Messern (Skalpelle in verschiedenen Formen).

Bohrer neigen dazu zu verkleben, und dann schmelzen sie sich durch das Material - mit dem Ergebnis zu großer Löcher (ähnlich empfindlich wie Polystyrol).

Und - da ich dem Sekundenkleber nicht ganz traute - habe ich auch ein Lötexperiment gemacht.
Ist gerade noch mal gutgegangen. Erst passierte nichts - dann schmolzen urplötzlich auch die Kanten der Teile. Das Gehäuse der Dampfmaschine und das Kurbelgehäuse sind glücklicherweise sehr massiv.

Zuerst habe ich dann den Tenderaufbau komplettiert. Die Lok bekommt Ölfeuerung - also wurde der Öltank eingebaut. Die Einfüllstutzen für Öl und Wasser haben eigene kleine Griffe bekommen, Handläufe an Tender und Kabinenseiten eingebaut (dünne Bohrungen in Weissmetall machen gelernt...).

Die Injektorleitungen gebogen und eingepasst, Handläufe am Kessel angebaut, Dome mit Sandleitung und Schornstein geklebt
Bei den dicken Dampfleitungen gelernt - auch größere Löcher bohren erfordert bei dem Material Geduld.

Die unbeweglichen Teile der Dampfmaschine wurden auch schon ausgerichtet und zusammengeklebt.

Am Ende - Paßprobe. Die Kabinenwände sind nur "hingestellt", um einen Eindruck zu bekommen.


Dort, wo die Stahlkötze sind, kommen später die Drehgestelle hin.

Hier das ganze nochmal von vorne, als Größenvergleich die ewige Baustelle "Projekt 4009".


Deutlich zu sehen - der Kessel der Shay sitzt nicht in der Mitte. Um Platz für die Maschine zu bekommen, und um deren Masse auszugleichen, wurde der Kessel bei allen Shay-Loks außer der Mitte angeordnet. In der Regel war die Maschine in Fahrtrichtung rechts, aber es wurde auch eine seitenverkehrte Shay für eine britische Firma gebaut.

Grüße
Jürgen
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 23 Aug 2009 - 22:03

Hallo Jürgen,
zum verkleben kannst du auch UHU Endfest oder Stabilit Express
verwenden. Nur muß man die Teile fixieren und Geduld beim
aushärten mitbringen.
Durch eine Lackierung werden dann alle Verbindungen
nochmals verstärkt und gesichert.
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   Mo 24 Aug 2009 - 21:42

Hallo,
als Kleber verwende ich Pattex Blitzkleber Gel für "große Flächen" . Das Zeug läßt einem (entgegen dem Namen) etwas Zeit zum Korrigieren,
braucht aber auch nicht zu lange, bis man loslassen kann. Zusätzlich hat es den Vorteil, das es bei rauhen Oberflächen den Spalt gut brückt.
kleine Teile dann mit flüssigem Sekundenkleber, auch von Pattex.
Trotzdem kann man keine Wunder erwarten. Die Klebestellen bleiben ein Schwachpunkt.

Beim Bau ging es nun filigraner weiter.


die Maschine mit zugehöriger Kurbelwelle. (Der Verstellhebel der Steuerung hat sich alleine vom bloßen Angucken verbogen !)

Hier sind schon die Bohrungen für die Kurbelzapfen fertig, und diese (kleine Messingstifte) eingeklebt.
Nun müssen nur noch die überflüssigen Teile der Welle herausgesägt werden. Die Bauanleitung schrieb dazu nur "be careful, it takes not much stress".

Ich habe die Kurbelwelle zum sägen in das Kurbelgehäuse gelegt, und dann gings los. Einige Liter Angstschweiß später - alles zersägt.
Leider hat der Kleber den Stress nicht ausgehalten - und die schöne Welle zerfiel in ihre Einzelteile.
Was aber eigentlich auch nichts macht, so kann man dann die gesägten Stellen besser versäubern.

Gesägt habe ich mit einem dünnen Metall-Laubsägeblatt, in ein Universalfeilenheft eingespannt. Es gibt jetzt auch fotogeätzte Sägeblätter - aber ich kann mir nicht vorstellen, das das funktioniert. Die sind doch nicht geschliffen, oder geschränkt, oder etwa doch ?!

Der nächste Schritt ist dann der restliche Antriebsstrang.
Hier die Teile (Es fehlen noch die Pleuelstangen):

Daraus werden 4 Kardangelenke, und 2 längsverschiebbare Gelenke. Jedes Gelenk besteht aus 2 U-Stücken, einem Ring und 4 Nieten.

Bevor das dann soweit ist, noch die Kabine zusammengeklebt, schön ausgerichtet am Kessel und Rahmen.

Fertig zum aushärten, dann wird noch etwas gespachtelt und geschliffen.

Leider habe ich keine Kabinen - (Innen) - fotos von einer Shay dieser Zeit, so das die Kabine wohl ziemlich kahl bleiben wird.

Bis demnächst
Jürgen
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   Di 25 Aug 2009 - 21:26

Hallo,
am Wochenende war das Getriebe der Shay dran. Vor dem Vernieten und verkleben der Gelenke wurde schon mal etwas schwarz gemacht. Das Ergebnis:


Außerdem habe ich die originalen Weißmetallachsen durch gedrehte Messingachsen ersetzt. Das wird stabiler, und hat außerdem den Vorteil, das ich die Achsenenden dünner machen, und so die ohnehin schon dünnen Lager auf der Getriebeseite der Drehgestelle nicht noch weiter aufbohren mußte.

Leider ist bei 2 Rädern die Achsbohrung etws verlaufen, so das die Lok am Ende wohl etwas eiern wird. Sad
Hier die Drehgestelle, erstmal nur zusammengesteckt.


Auch der Rahmen wurde weiter komplettiert:


Hier kann man deutlich sehen, was der Materialspender für Shays erste Versuche war - ein alter Flachwagen.

Bis bald
Jürgen
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 13 Sep 2009 - 18:16

Hallo,
in den letzten Tagen und Wochen ist es ganz gut weitergegangen. Die Anzahl der noch zu verbauenden Teile ist deutlich geschrumpft.





Lackiert wurde mit Revell-Email Farben, die meisten Teile mit Airbrush, aber Maschine und Drehgestelle mit Pinsel. Die Streifen sind mit Maskierband abgeklebt und dann "getupft", die Beschriftung sind Abreibebuchstaben von Woodland Scenics.
Ich habe keine Grundierung verwendet, da ich befürchtet habe, das durch dickere Farbschichten dann die Details leiden. Das hat ein etwas zwiespältiges Ergebnis. Obwohl alle Teile auf gleiche Art gereinigt wurden - haftet der Anstrich an einigen Teilen sehr schlecht. Einfaches Anfassen reicht, und schon wird's blank.
Da die Lok ein reines Vitrinen-Standmodelll werden soll, ist das aber akzeptabel.

Eines der Drehgestelle im Detail:


Es ist wirklich gelungen, diese Teile voll beweglich zu machen. Zumindest wenn man das ganze über das Kardan antreibt.

Jetzt noch die Endmontage.

Bis bald
Jürgen.
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 25 Okt 2009 - 18:26

Hallo,
nach einigen zeitraubenden Abenteuern in der 1:1-Welt, ging es nun auch mit der Shay weiter - Eigentlich war ja auch gar nicht mehr so viel zu tun.
Hier die Abschlußbilder:

Heizerseite, im realen Leben findet man nur sehr wenige Shay-Bilder von dieser Seite
Das ist die Schokoladenseite:






Hier zusammen mit Shay Nr.5, die eigentlich meine Nr. 1 ist (aber es war keine 1 vorhanden... Rolling Eyes )




Die Nr. 5 ist eine 80ton Class C, allerdings als Schmalspurversion (H0n3 = 3ft.), ein Bausatz von Roundhouse MDC.

Das Gleisstück, auf dem die Shay Nr. 2 steht, besteht aus H0 Flexgleisschwellen und H0n3 Schienen, da die normalen
H0-Schienen für diese winzige Lok zu wuchtig wären. An dieser "Unterlage" wird noch gebaut, jetzt ist erstmal nur etwas Schotter drauf.

Mir hat dieser Bausatz sehr viel Freude bereitet, schade das die Firmen, die so etwas herstellen langsam aussterben (Wenn sie nicht schon ausgestorben sind).

Tschüß, Jürgen
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Millpet
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 25 Okt 2009 - 18:52

Hi Jürgen
Das sieht wirklich bestialisch gut aus, was Du hier zeigst.
Bin begeistert von deinen Modellen.
Grüße
Peter
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 25 Okt 2009 - 18:59

Hallo Jürgen,
ich kann mich nur Peters
Äußerungen nur anschließen.
Das die Hersteller solcher Produkte
langsam aussterben, liegt sicher auch
an den Kunden, die die teilweise sehr
hohen Preise nicht mehr zahlen wollen
oder auch können.
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Daniel
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 25 Okt 2009 - 19:54

Hallo Jürgen,

Glückwunsch zur rundum gelungen Lok.
Mir waren diese Bausätze zuvor nicht bekannt,
wohl auch weil es diese nicht (mehr) einfach im Geschäft zu kaufen gibt.

Hast du noch ähnliche Schätze in der Hinterhand?
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   Mo 26 Okt 2009 - 22:00

Zuerst mal Danke für das Lob aus berufenem Munde. Embarassed

Und dann hatte ich eigentlich schon noch einiges geschrieben,
aber die @X&5?§ Website ist irgendwie umgekippt - und der Text ist weg.

Nu bin ich müde,
Danke noch mal
gute Nacht, Jürgen.
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   Di 27 Okt 2009 - 9:43

Hallo Jürgen

Ich habe zwar überhaupt keine Ahnung von Eisenbahnen aber Dein Bericht hat mich in den Bann gezogen.Erst einmal wunderbare Bilder von einem wunderbaren filigranen Modell und dann Deine Art,den Bericht zu schreiben.Es gibt auch nicht sehr viele Modellbauer,die sich an solche Modelle herantrauen,meist wird das Modell gesammelt.
Meiner Meinung nach ist man als ambitionierter Modellbauer geradezu verpflichtet,ein solch schönes Modell zu bauen.Und das hast Du auch sehr sehr gut gemacht.Das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie.
Eines noch zur Lackierung.Weissmetallteile sollten unbedingt vor dem Lackieren grundiert werden.Die Grundierschicht muss nicht sehr dick werden,lieber ein paar dünne Schichten spritzen.Ich verwende immer die Revell-Grundierung (Basis Color Airbrush),die aber auch ihre Tücken hat.Die im Behälter angemischte Grundierung ist viel zu dickflüssig von der Konsistenz.Ich habe sehr lange gebraucht um herauszubekommen,womit man das Zeug verdünnen kann.Das einzige was man als Verdünnung dafür nehmen kann ist Revell Airbrush Clean.Bei Weissmetallteilen braucht man dabei keine ungewünschten Reaktionen befürchten,bei Plastik kann es zum bekannten "Risseln" auf bereits lackierten Flächen kommen.Deshalb immer nur feinste Schichten aufsprühen.
Dann noch etwas zur eigendlichen Lackierung.Du hattest das Problem,daß beim Anfassen der Teile die Farbe an den Kanten abreibt.Das liegt zum einen an der fehlenden Grundierung,kann zum anderen aber auch an der Auswahl der falschen Farbe liegen.
Grundregel ist hier:Die Farbe,die am langsamsten trocknet (z.b.Revell Glanz Schwarz) haftet am besten am Modell.Leider muss man mitunter mal ein paar Wochen bis zur Durchtrocknung warten,das Ergebnis entschädigt dann aber.
So,noch einmal meine Hochachtung vor Deinem schönen Modell.Ich bin gespannt auf Deine nächsten Projekte.

Gruß,Michael
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   Di 27 Okt 2009 - 22:17

Hallo,
ich probiere es jetzt noch mal.
@ Michael, danke für die Tips mit der Grundierung. Ich hatte auch schon mit der Revell Basisfarbe experimentiert , und da passierte es recht schnell das die Schicht viel zu dick wurde. bzw. irgendwie "pelzig" aussah. Deshalb habe ich sie hier weggelassen.
Aber ich habe auch immer die normale Revell-Verdünnung verwendet (die sich mit der Grundierung wohl nicht gut verträgt..) Den Tip mit der dem Airbrush Clean werde ich auf jeden Fall probieren.
Ansonsten hat mir ein Lackierexperte eine spezielle Grundierung für Zinn/Zink empfohlen, die wird mit Nitro-, oder Universalverdünnung verwendet.

Die anderen "Heavy Metal"-Loks sollen dann auch richtig arbeiten - da geht der Kompromiß ohne Grundierung sowieso nicht mehr.

Ansonsten - ich halte eigentlich auch nichts vom Sammeln von Bausätzen (bin aber trotzdem froh, das es Leute gibt, die das tun, und dann irgendwann ihre Sammlung weggeben...). Nur so konnte ich zu den Roundhouse Shays kommen...

Nun noch zu den Lok Bausatzherstellern (@Martin): Sicher spielen die Kunden da immer eine wesentliche Rolle, und es ist bestimmt auch die "Geiz ist geil" Mentalität im Spiel, aber es ist auch Fakt, das das Geld im allgemeinen für viele Leute wirklich knapper geworden ist. Andererseits hat sich (und das ist der Part der Hersteller) die Technik auch rasant weiterentwickelt, und da ist vielen wohl auch die Luft ausgegangen, oder sie haben die Zeit schlicht verschlafen. Umweltauflagen (Blei), und gestiegene Energiepreise (Guss) haben ein übriges getan.
Die Bowser Loks z.B., so schön sie sind, waren Fahrwerks- und Motorentechnisch im Prinzip auf dem Stand der 70er stehengeblieben. Und wenn man dann solch eine Lok für das digitale Zeitalter fitmachen möchte wird's schwierig (nicht unmöglich).
Vielleicht finden sich ja wieder Leute, die das Handwerk wieder beleben (Mit der Kunst, für einen vernünftigen Preis ein Maximum an Bauspaß zu erzeugen).

So, ich hoffe es stürzt nicht wieder alles ab.
Grüße Jürgen.
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   So 6 Jan 2013 - 21:31

Hallo, nur so als Nachtrag:
inzwischen ist das Aufstell-Gleisstückchen auch fertig geworden:



Viele Grüße, und ein gutes neues Jahr !

Jürgen
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BeitragThema: Re: Keystone Shay   Di 8 Jan 2013 - 9:36

Auch "Nachträge" freuen den Eisenbahner Daumen

Gruss Uwe
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