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 Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie

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guennie
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BeitragThema: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mo 12 Nov 2012 - 7:36

Werdegang des Modells des Forschungskatamarans MYA

Hier ein paar Bilder und ein Bericht über die MYA. Das Original  liegt - noch - in List auf Sylt und gehört zum Alfred Wegener Institut.



MYA wurde 1978 in Dienst gestellt und dient zur Langzeiterforschung des Wattenmeers um Sylt. Den Plan habe ich ca. 1980 gekauft, die meisten Spanten ausgesägt und ein Hellingbrett gesucht. Dann passierte fast 30 Jahre nichts. Am 5. Oktober 2010 habe ich weiter gebaut, das Ergebnis ist auf dem folgenden Bild zu sehen.



Mitte November 2010 sah MYa bereits so aus, die Motoren und die Rudermaschine sind eingebaut und die meisten Spanten stehen.



Ende März 2011 war der Rumpf fast vollständig beplankt.



Im Mai 2011 habe ich das Original auf Sylt besucht. Ich bekam von Kapitän Alfred Resch alle Fragen beantwortet, durfte das ganze Schiff inspizieren,  konnte mehr als 200 Fotos machen und sogar einmal mit rausfahren, als Studenten des AWI Wasserproben gezogen haben.  Am 24.6. wurde mit dem Bau der Kajüte begonnen, die Teile wurden dem Plan entnommen, aufgezeichnet und ausgesägt.



Ende September 2011 kann man schon eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Original erkennen. Der untere Teil des Aufbaus ist das Labor, der Steuerstand ist eine halbe Etage höher. Beides ist ineinander verschachtelt. Während der Boden des Labors sich auf Höhe des Achterdecks befindet, ist der Boden des Steuerstandes etwas über Labortischhöhe.



Im Dezember ist auch die Inneneinrichtung desSteuerstandes gediehen.



Im Laufe dieses Jahres entstanden viele Kleinteile - ein Bericht darüber folgt noch- , die Beplankung wurde vervollständigt, d.h. das Schanzkleid am Bug angepasst. Das Schanzkleid am Achterdeck wird erst angebracht, wenn MYA austariert ist. Sie wiegt bisher ca. 4,5 Kilo, muss aber fahrfertig ca. 6 Kilo wiegen. Da in der Mitte ja die Akkus, die Fahrtregler und die  Empfangsanlage untergebracht sind, muss ins Achterschiff wohl noch etwas Blei. Da man aber nach dem Aufkleben des Decks dort nur noch schwer rankommt, wird dies noch aufgeschoben, bis auch viele Teile wie die Davits, die Winde etc. fertig sind, damit man besser sieht wo noch Gewicht nötig ist.
MYA erhielt aber schon eine erste Lackierung um besser sehen zu können wo an der Oberfläche noch nachgearbeitet werden muss und die Kajüte wurde ebenfalls lackiert. Im Oktober 2012 präsentiert sich MYA so. Die Flecken auf dem Deck sind durch Grundierung und Abschleifen entstanden.



Inzwischen ist der Steuerbordrumpf überarbeitet und weiss lackiert, der Backbordrumpf ist in Arbeit. Wenn auch er fertig ist, kommt die Unterwasserfarbe drauf und MYA darf aufs Wasser.
Über Kommentare würde ich mich freuen.
Guennie[b]


Zuletzt von guennie am Mo 12 Nov 2012 - 17:27 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mo 12 Nov 2012 - 16:35

Der Einbau der Ruderanlage im Oktober 2010
Am 19.10.2010 war der Rohbau soweit gediehen, wie das Bild zeigt. Die letzten Spanten vor dem Spiegel haben einen Schlitz, der später den Ruderschaft aufnehmen soll. Die Stevenrohre sind provisorisch festgeklemmt.



Die MYA ist ja ein Katamaran, hat also zwei Rümpfe, zwei Maschinen und 2 Ruder. Diese müssen natürlich parallel angesteuert werden, es sind also Umlenkungen nötig. Im Bild ist der Ruderschaft eingeleimt, und die Umlenkungen angebracht. Alle Hebel wurden aus Messing selbst gefertigt.




Auf den nächsten Bildern erkennt man die Verbindung zwischen den beiden Rudern. Da zwischen Schiffsboden und Deck nur 10 mm Platz sind, muss genau gearbeitet werden.




Die Rudermaschine selbst erhielt auch eine Halterung, aus der sie im Notfall ausgebaut werden kann. Die Bodenplatte führt das Kabel.




Auf einem Foto im Baubericht ist auch die Platzierung im Rumpf zu sehen.
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guennie
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mo 12 Nov 2012 - 17:17

Allgemeines über die MYA
Die MYA wurde 1978 in Niendorf an der Ostsee von der Schiffswerft Evers unter der Bau Nr. 522 aus Aluminium gebaut. Sie ist benannt nach der Sandklaffmuschel (Shell - Muschel) mya arenaria und wird vom AWI im Rahmen von Tagesfahrten für Langzeitbeobachtungen im Wattenmeer eingesetzt. Außer dem Kapitän und dem Bootsmann ist Platz für maximal 8 Wissenschaftler. An Bord befindet sich ein Labor, in dem sofort Untersuchungen der Proben vorgenommen werden können.
MYA ist 17,50 m lang und 6,60m breit, sie wiegt maximal 50 Tonnen. Die beiden Maschinen leisten jeweils ca. 100 PS, die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca. 10 km/h. Sie hat einen Tiefgang von 65 cm und kann, bedingt durch die Bauweise, bei Ebbe trocken fallen um Untersuchungen an schwer zugänglichen Stellen zu ermöglichen.

Mein Modell ist im Maßstab 1:20 gebaut, also 87,5 cm lang, 33 cm breit, vom Kiel bis zum Masttop 47 cm hoch und ca. 6 kg (rechnerisch 6,25) schwer.


Das Werftschild


Kapitän Resch im Labor


Die andere Seite des Labors


Die Küche an der Rückwand, dahinter auf halber Höhe das Deck des Steuerstandes.

MYA ist nur noch bis 2013 für Fahrten mit Publikum abgenommen und wird dann außer Dienst gestellt. Ein Nachfolger ist meines Wissens bereits bestellt und soll im Herbst 2013 ausgeliefert werden. Mit dem Kapitän ist verabredet, dass das Modell in der Woche vom 15. bis 22.9.2013 - hoffentlich noch auf dem Original - vom Kapitän getauft wird. Bis dahin ist noch viel zu tun.
Grüße Guennie
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guennie
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Di 13 Nov 2012 - 8:36

Der Einbau der Antriebe im November 2010

Ebenfalls sehr früh erfolgte der Einbau der beiden Maschinen. Zur Verwendung kamen zwei Bühler Motoren, die ich noch in meiner Bauteilekiste fand. Stevenrohre habe ich in passender Länge gekauft, die Schrauben dürfen wegen des Tunnels, in dem sie laufen, höchstens 30mm Durchmesser haben. Ich habe die Motoren mitsamt dem Stevenrohr in eine Halterung eingebaut und erst danach in die Rümfe eingesetzt. Beim Probelauf habe ich noch mehrfach die Schrauben der Kupplungen justiert um möglichst wenig Vibrationen zu haben. Um auch die Reibungsverlsute so gering wie möglich zu halten, habe ich die Stromaufnahme gemessen, während die Motoren leicht bewegt wurden. Bei der Stellung mit der geringsten Stromaufnahme wurden sie dann fixiert.



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Rotom
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Di 13 Nov 2012 - 19:44

Hallo Guennie,

Deinen sehr informativen und interessanten Baubericht verfolge ich mit großem Interesse.
Zwar bin ich begeisterter Kartonmodellbauer aber der Werkstoff Holz übt seit Kindertagen eine sehr starke Faszination auf mich aus.
Ende September dieses Jahres stand ich auch mal im Hafen von List neben dem Katamaran - an einem Sonntagmorgen in diffusem Licht bei aufgehender Sonne....

Deinen Baubericht werde ich sehr neugierig weiterverfolgen.

Dir alles Gute beim Weiterbau und natürlich auch sonst im täglichen Leben.

Viele Grüße
Rotom
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mi 14 Nov 2012 - 6:34

Danke Rotom, ich dachte schon es interessiert niemanden. Werde den Bericht vervollständigen, sowohl die Rückschau, als auch die laufenden Arbeiten. Im Moment bearbeite ich den Rumpf abwechselnd mit Farbe und Schleifpapier und hoffe, dass die Oberfläche bald so ist wie ich es mir vorstelle.
Gruß Günter


Zuletzt von guennie am Mi 14 Nov 2012 - 8:40 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mi 14 Nov 2012 - 8:39

Die Beplankung ab November 2010
Beplankung ist fast nicht das richtige Wort, denn durch die glatte Form können ja recht große Stücke verwendet werden. Die gesamte Außenhaut - auch des Aufbaus - besteht aus 1mm Sperrholz. Es begann mit Kartonschablonen für den Schiffsboden, zwischen den Rümpfen. Dieser besteht aus 4 Teilen, an jedem Knick gibt es eine Nahtstelle.



Danach wurden die Teile - von Hand mit einer feinen Japansäge - ausgesägt, angepasst und mit Weissleim aufgeklebt.




Leider war ich da etwas voreilig, ich habe drei Schrauben, mit denen die Spanten auf dem Hellingbrett befestigt waren, nicht entfernt und kam beim besten Willen nicht mehr dran. So musste später die Lochsäge helfen.





Auf den nächsten Bildern ist der Baufortschritt zu sehen.









Mit Schaumgummi habe ich für den nötigen Druck beim Kleben gesorgt.



Der letzte Teil des Bodens ist auch angebracht, die Innenverkleidung schreitet fort. Im Bugbereich fehlen noch die Längsleisten, die zur Stabilität und als Klebefläche dienen.



Sie wurden aus einer Schicht 1 mm Sperrholz und zwei Schichten 2 mm Kiefernleiste zusammengesetzt, weil sich die 5 mm Kiefernleiste so schlecht biegen ließ. Vorne habe ich sie zur Sicherheit (es wird ja ein Fahrmodell) verschraubt.



Fortsetzung folgt!
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mi 14 Nov 2012 - 9:05

Die Beplankung - 1. Fortsetzung

Bevor jedoch die Außenhaut angebracht wurde, habe ich mich an die Schraubentunnels gemacht. Die Schrauben liegen ja innerhalb des Rumpfes, damit sie beim trocken fallen nicht beschädigt werden. Nach längerer Überlegung (im Bauplan war es anders vorgesehen) habe ich teils 1mm Sperrholz, teils 2mm Kiefernleisten, aber überwiegend Balsaholzklötze verwendet.









Sehr viel später - hier aber schon mal gezeigt - als schon die Außenhaut fast fertig war, wurden die Stellen mit Harz und Matte laminiert, um die Dichtigkeit zu gewährleisten.





Fortsetzung folgt Tschüs
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mi 14 Nov 2012 - 10:19

Hallo Guennie
Vielen Dank für den wunderbaren lehrreichen Beitrag den Du uns hier zeigst.
So sollten Bauberichte sein. Man sieht sehr schön wie das Modell wächst und langsam fertig wird. Bin sehr froh, dies alles hier im Forum verfolgen zu dürfen.

Grüße
Peter

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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mi 14 Nov 2012 - 19:57

Hallo Guenni,

auch von mir erneuten Dank für Deinen faszinierenden Baubericht.
Lass Dich bitte nicht von geringen Zuschriften abschrecken, viele gucken einfach nur - und genießen.

Grundsolides Modellbauhandwerk, das Du hier zeigst. Ich kann mich nicht sattsehen.
Spanten aussägen, dass kenne ich noch als Kind/Jugendlicher. Den Geruch von Sperrholz und Leim...
In Deiner Werkstatt sind recht professionelle Holzbearbeitungsgegenstände erkennbar.

Meine "Truhen" bergen noch viele Baupläne von Funktions-Schiffs - und Segelflugmodellen aus der ehemaligen DDR.
Ob ich mich nochmal zu einem Holzmodell aufraffe ist ungewiss.
Aber wenn ich Deinen Baubericht weiter verfolge, könnte vielleicht ein Funke überspringen.

Viele Grüße
Rotom
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Do 15 Nov 2012 - 6:14

Die Beplankung - 2. Fortsetzung

Weiter ging es mit der Beplankung der Außenhaut. Im Bild sind alle Teile bereits zugesägt, außerdem wurde der Bugbereich mit Balsa aufgefüttert um größere Klebeflächen zu haben.



Bis auf ein Teil achtern sind alle vorher gezeigten Teile angebracht und MYA ist vom Hellingbrett befreit.



Weitere Teile am Bug sind angebracht, die restlichen sind kompliziert, da der Bug vorne gerade ist, an der Seite aber einen Knick hat. Außerdem ist dort der Rumpf doch ziemlich rund.



Nur noch ein Teil!



Bis auf das Zuschleifen fertig! Der Angstschweiss ist auch wieder getrocknet.



Geschafft! Nach dem Schleifen sieht auch alles recht symmetrisch aus.



MYA kann auch schon auf ihrem Ständer stehen. Er wurde aus einem etwas kleineren Brett gefertigt, in das ich zunächst 4 Messingrohrstücke eingesetzt habe die wiederum paarweise längs mit einem Vierkantholz verbunden wurden, die eine weiche Auflage erhielten. Da MYA mit dem Innenteil des Rumpfes aufliegt und der Ständer kaum zu sehen ist, scheint sie zu schweben. Das sieht meiner Meinung nach recht gut aus, allerdings ist das Ding zum Transport unhandlich, weil er schmaler ist als das Schiff selbst und man ihn deshalb schlecht zu fassen bekommt. Aber noch ist ja nicht soweit.

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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Do 15 Nov 2012 - 7:55

Der Aufbau - Labor und Ruderhaus

Zunächst mal gab es eine längere Pause (während der aber bereits andere Teile gefertigt wurden, der Bericht folgt später), weil im Plan sowohl Vorder- als auch Achterdeck völlig eben gezeichnet waren, was ich nicht glauben konnte, Labor- und Ruderhausdeck dagegen schienen gewölbt zu sein. Um es vorweg zu nehmen, es ist auch tatsächlich so, wie ich mich bei einem Besuch auf Sylt selbst überzeugen konnte. Ich hatte zunächst mit der Wattenmeerstation, dann mit dem Kapitän selbst telefoniert und einen Besichtigungstermin im Mai 2011 vereinbart. Im Zuge dessen ist auch das Bild vom Kapitän entstanden, aber - viel wichtiger - ich konnte auch alle Fragen klären und mehr als 200 Fotos machen.
Also konnte jetzt mit dem Aufbau begonnen werden. Aus dem Plan wurden zunächst die Maße entnommen und die einzelnen Teile aufgezeichnet, was wegen der asymmetrischen Position des Ruderhauses doch einige Überlegung kostete. Danach wurden sie ausgesägt.



Als erstes erhielt das Labordeck einige Unterzüge zur Verstärkung und um die Wölbung zu bekommen.



Während der Leim trocknete, wurden aus den anderen Teilen die Fenster herausgearbeitet, MYA hat immerhin 21 davon. Dazu wurde zuerst an jeder Ecke mit dem Holzbohrer von der Vorderseite die oberste Schicht des Sperrholzes angeschnitten (damit nichts ausreisst), dann von der Rückseite durchgebohrt. Danach wurde mit der Laubsäge das Mittelstück entfernt und die Konturen mit einer kleinen Feile geglättet.
Hier zeigte sich auch eine Schwäche des Plans, das Bullauge auf der Backbordseite war im Plan nicht verzeichnet. Aber ich hatte es bei meinem Besuch genau vermessen. Dahinter liegt übrigens die Toilette.



Natürlich musste das Ganze schon mal provisorisch zusammengesetzt werden.



Für das Zusammenkleben waren noch weitere Verstärkungen nötig, es soll ja ein Fahrmodell werden und die Kajüte muss abnehmbar sein. Aber jetzt kann man schon ein Schiff erkennen.



Das Deck und die Vorderwand des Labors, sowie die andere Seitenwand des Ruderhauses noch anzubringen war kein Problem, aber die noch fehlenden schrägen Teile in der Seitenwand des Labors sind in keiner Planansicht in wahrer Größe zu sehen. Eine Schablone half weiter.
Auf den nachfolgenden Bildern sieht man auch die Arbeitsschritte für das Herausarbeiten der Fenster.







Nach dem Ankleben und Verschleifen präsentiert sich MYA so:



Das Labor wird im Modell ja für die Fernsteuerung gebraucht, aber das Ruderhaus wollte ich wie im Original einrichten. Dazu habe ich zunächst einen Grundriss erstellt, auf dem die Lage der einzelnen Teile zu sehen war.



Danach wurden die einzelnen Baugruppen eingebaut. Ich habe dazu 0,6 mm Sperrholz verwendet und darauf Mahagonifurnier (aus Zigarrenkisten) mit 0,4 mm Stärke geklebt. Als Verstärkung dienten auch hier Kiefernleisten.



Im Bild sind hier gut der Sitz für den Funker und auch der Niedergang zu erkennen. Die Wände im Niedergang sind auch im Original aus weißem Kunststoff.



Die Instrumententafel habe ich auf dem Computer groß gezeichnet, entsprechend verkleinert, ausgedruckt, aufgeklebt und mit klarer Folie überklebt. Wenn man später durch die Fenster sieht, dürfte es hinreichend ähnlich sein. Als Steuerrad habe ich ein handelsübliches genommen, 1 mm Messingdraht in 2 mm Kunststoffrohr eingezogen, das Ganze zum Kreis gebogen, den Kunststoff braun gestrichen und den Ring dann an das Steuerrad angeklebt. So sieht es aus wie das Original, wie man im Vergleich ganz gut sehen kann. Stand: Mai 2012.





Inzwischen sind auch die Fahrthebel und einige andere Instrumente entstanden, wenn auch längst nicht alle. Bilder davon gibt es später, bevor das Dach aufgesetzt wird.
Die 3 Fenster, die dem Ruderhaus als Front dienen, müssen ja irgendwie befestigt werden können. Dazu habe ich oben einen Rahmen eingesetzt, an dem sie verleimt werden können.



Das Steuerhausdach bekam, wie schon das Dach des Labors rund geschliffene Unterzüge um die Wölbung zu gewährleisten, ebenso wurde auf den Rahmen Balsaholz geklebt und entsprechend gewölbt geschliffen.





MYA hat ja im Laufe ihres Lebens mehrere kleine Umbauten erdulden müssen, u.a. wurde das Labordeck verlängert, um dort eine Leiter zum Ruderhausdeck anzubringen. Ein Stückchen 0,6 mm Sperrholz, eine Verstärkung, 2 kleine Stückchen Messingwinkel und ein weiteres Stück Sperrholz als Abschlussleiste bewirken im Modell das Gleiche.





Zum Vergleich das Foto vom Original, mit auf dem Bild der Bootsmann der MYA.



Anfang Oktober wurde der Aufbau weiss lackiert, das Deck wird irgendwann noch grau, das Dach des Ruderhauses ist auch schon fertig. Jetzt können die Teile, die noch an den Aufbau müssen, hergestellt, lackiert und angeklebt werden. (Kompass und Schlauchboot sind schon fertig)





Beinahe hätte ich es vergessen: an der Kajütrückwand ist ein Sockel angebracht, auf dem die Winde für den Kran steht. Da er fest angebracht ist, musste er natürlich auch vor dem Lackieren dran sein. Im Original ist in dem Sockel ein Generator untergebracht (nachträglich eingebaut).

[img][/img]

Uff, das ist ja ein Mammutartikel geworden, hoffentlich ist es nicht schon beim Lesen langweilig. Viel Spass dabei. Guennie
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Fr 16 Nov 2012 - 9:14

Ein interessanter wie auch lehrreicher Baubericht Guennie Daumen

Ich hatte vor ein paar Jahren mal mit dem Gedanken gespielt die Baumrönne zu bauen.Dieser Katamaranrumpf ist auf den Teichen eher eine Seltenheit.
Wo kaufst Du das Flugzeugsperrholz denn?Beziehst Du es aus einem Ladengeschäft oder Versand?

Uwe
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Fr 16 Nov 2012 - 14:55

Hallo Uwe,
das gesamte Sperrholz hatte ich zu Hause gelagert. Ich hatte seinerzeit, also vor fast 30 Jahren, damals im Modellbaugeschaäft hier in Rheine eine 1,5 x 1,5 m große Platte 1 mm Sperrholz gekauft, aus dieser ist jetzt MYA entstanden. Andere Platten habe ich kürzlich bei Praktiker gekauft, als diese mal wieder ein 20% Angebot hatte. Wo ich das nächste Mal ein größere Platte kaufe weiss ich noch nicht. Ich habe auf der Messe in Friedrichshafen eine Firma gesehen, die verkauften 1mm Sperrholz von der großen Rolle 1,5m breit in gewünschter Länge.
Habe leider die Adresse nicht.
Freut mich, dass dir der Bericht gefällt, macht mir auch Spass ihn zu schreiben. In den nächsten Tagen kommt noch mehr.
Die Baumrönne kenne ich überhaupt nicht, hast du ein Fotot davon?
Gruß Guennie
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Uwe
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Fr 16 Nov 2012 - 23:47

Guenni,der Link wird zu lange. Gib in der Suchmaschine WSA Baumrönne ein,dann hast Du auch gleich die Daten dazu. Hallo


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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Sa 17 Nov 2012 - 7:14

Pfuschbeseitigung und Vorderdeck

Als nächstes sollte eigentlich das Vorderdeck angebracht werden, allerdings fiel mir dabei auf, dass ich wohl den Plan nicht richtig gelesen hatte und einen dicken Fehler eingebaut habe, der an Hand des nächsten Fotos recht gut erklärt werden kann.



Die Oberkante des ersten Spants ist eigentlich die Vorderkante des Decks. Davor ist dann das Schanzkleid, das aber schräg nach vorne oben steht. Wie soll das aber gehen, wenn der Spant dort senkrecht steht? Das bedeutet, der Spant darf dort gar nicht sein, muss also entfernt werden. Der Dreiecksschleifer ist gefordert.



Das Schanzkleid steht parallel zum Bug. Damit beim Schleifen der Winkel eingehalten wird, habe ich eine Lehre hergestellt und auf das Deck aufgeschraubt.



Durch das Schleifen ist natürlich im Rumpf ein Spalt entstanden, der wieder dicht gemacht werden muss. Ein Klotz aus Balsholz heilt die Wunde.



Wenn man genau hinsieht, kan man erkennen, dass das Holz inzwischen schon einmal "behandelt" wurde. Ich habe auf Anraten eines Freundes, der eine Lackiererei hat, die Außenhaut mit verdünntem Klarlack mit Härterzusatz gestrichen. Ein Geniestreich, denn dadurch hat sich die Festigkeit des Rumpfes deutlich erhöht.
Außerdem zu sehen, bis auf 2 kleine Lücken ist alles wieder dicht.



Es wäre doch gelacht, wenn die nicht auch geschlossen werden könnten, natürlich wurden die Ecken noch abgeschliffen. Hartmetallbestückte Schleifklötze von Permagrit wirken da Wunder. Wenn ich so meinen Arbeitsplatz sehe fällt mir der Spruch ein: Nur ein Genie beherrscht das Chaos.



Inzwischen ist es April 2012. Die Leisten, die ja die Rumpfkante darstellen, können jetzt angebracht werden. Außerdem zu sehen: im Inneren wurden die Spantenenden durch eine untergeklebte Platte verbunden. Dort steht ja später der Aufbau.



Im Bugbereich sind noch weitere Auffütterungen nötig, sowohl innen ...



wie auch außen.



Pfusch beseitigt! Die aufgelegte Kopie des Planes zeigt die Genauigkeit des Modells. Ich bin zufrieden damit, wenn auch der Bug noch nicht ganz die endgültige Form hat. Auch hier war später wieder der Dreiecksschleifer im Einsatz



Eigentlich könnte jetzt das Deck drauf, aber im Deck gibt es 2 Klappen und zwei Mannlöcher, jeweils mit einem Spalt drumrum. Wenn dort im Modell Wasser steht, ist es nicht nur schwer zu entfernen, sondern es steht dann auch an der dort nur schlecht zu schützenden Stirnseite des Sperrholzes. Das war mir zu gefährlich, also habe ich alles aus Kunststoff gemacht.







Am 17. Juni 2012 ist es soweit, das Vorderdeck wird aufgeleimt.



1 Woche später ist alles sauber geschliffen und auch die Kajüte angepasst.

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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Sa 17 Nov 2012 - 17:07

Das Schanzkleid an Bug und Vorderdeck

Sieht man sich einen Rumpf des Originals an, so sieht man, dass der Bug doch recht spitz ist.



Für das Modell ist es schon eine Herausforderung, dies entsprechend nachzubauen. Alles begann mit zwei Schablonen aus Karton.



Aufgefaltet sieht man schon eher die Form. Übrigens: der Pappstreifen der im oberen Bild noch dabei liegt, ist die Schablone für die Fortsetzung des Schanzkleides.



Leider war ich bei dieser Bauphase etwas nachlässig mit Fotos, es gibt dummerweise nur das Folgende und dann erst wieder welche, als beide Bugschanzkleider angebracht waren. Dem ging natürlich eine intensive Bearbeitung voraus.
Am Schiff musste jeder Bug sorgfältig geschliffen werden, denn er ist unten, in Höhe der Wasserlinie scharfkantig spitz und wird nach oben zum Deck hin immer runder. Das habe ich aus dem vollen Material mit dem Dreiecksschleifer herausgearbeitet, deswegen ja vorher die Auffütterungen.
Die Schanzkleider - wie alles andere auch aus 1 mm Sperrholz - wurden über Wasserdampf gebogen, nach ca. 10 Minuten waren sie so weich, dass man sie in beliebige Form biegen konnte. Mit Gummibändern wurde die Form fixiert und nach dem Trocknen sah das Ganze recht gut aus, wenn auch noch ein wenig wellig. Sehr schön ist auf dem Bild auch das eingebaute Mannloch zu sehen.



Trotz aller Bemühung: die Spannung auf dem Teil war nicht ganz wegzukriegen und so habe ich sie beim Kleben direkt am Schiff angeschraubt.


Aus dieser Perspektive seht man deutlich, dass noch Nachbearbeitung nötig ist, das war aber so geplant.


Nach dem Kleben wurde nochmal der Wasserkessel bemüht und jetzt ließen sich die "Wellen" deutlich glätten.


Kurzfassung: Schrauben entfernt, Steuerbordbug bereits teilweise geschliffen, weiteres Schanzkleidteil angeklebt!


Weil es so schön ist, noch einmal von der anderen Seite.


Alle Übergänge sind dank des Dreiecksschleifers glatt und ohne größere Fugen. Trotz der Pfuschbeseitigung verlaufen die Schichten des Sperrholzes sehr gerade, d.h. dass nach wie vor alles gerade und masshaltig ist. Übrigens: die Bilder stammen von Anfang September diesen Jahres.


Die Schablone für das nächste Stück Schanzkleid ist zugeschnitten und provisorisch mit Klebeband befestigt.


Die Pappe wurde durch Sperrholz ersetzt, das Teil ist vorgebogen, aber noch nicht geklebt, es liegt nur lose drauf.


Das Gleiche noch einmal für die Backbordseite.


Beide Seiten sind angeklebt und auf Höhe geschliffen. Wenn man genau hinsieht, sieht man, dass das Deck wie ein Schweizer Käse aussieht, überall sind Löcher gebohrt für die vielen Teile - Einfüllstutzen, Feuerlöschanschlüsse und anderes - die auf dem Deck stehen.




Auch am Spiegel wird das Schanzkleid angepasst und geklebt. Ausgespart ist bisher lediglich das Achterdeck, obwohl auch dieses - im Bild nicht zu sehen - bereits fertig angepasst und zugeschliffen ist. Auch das Schankleid für diesen Bereich ist schon zugesägt. Angeklebt werden kann beides aber erst, wenn MYA austariert ist, d.h. mit Blei auf das passende Gewicht gebracht ist. Wie man sieht, ist dafür nicht sehr viel Platz vorhanden. Erst mal soll sie jetzt lackiert werden, damit sie ins Wasser kann und man sieht, dass sie - hoffentlich - dicht ist.

Ein Schritt stand vor dem Lackieren allerdings noch an, Schiffe haben ja gewöhnlich auch einen Anker, meistens mit Ankerklüse, MYA macht da keine Ausnahme, wie auf dem folgenden Foto zu sehen ist.



Auch wenn es witzig aussieht, die Verstärkungsplatten gehören nun mal dran (und sind wohl auch nötig, wie man auf dem obigen Bild sieht). Der Lackierer fragte mich, als ich sie wieder abholte, ob ich das denn nicht hätte schöner machen können, das sähe ja unmöglich aus.


Das andere Ende des Rohres ist natürlich auf dem Deck und sieht dort aus wie auf dem folgenden Foto zu sehen.Die Füße gehören dem Bootsmann, der gerade die Leinen losmacht. Wir (meine Frau und ich) durften ja mit rausfahren, als Studenten des AWI Wasserproben gezogen haben.


Diese Abdeckung lässt sich auch aufschieben.


Auf Klein-MYA sieht das bislang so aus:

Sehr schön ist auf diesem Bild auch zusehen, dass an der Nahtstelle des Schanzkleides eine Verstärkung angebracht wurde. Ebenso wurde die Ecke rechts mit einem Messingwinkel versehen, die Klebefläche war einfach zu klein und ging bei jeder kleinen Berührung auf. Ich denke, das tut der Originaltreue keinen großen Abbruch.



Nachdem unsaubere Übergänge und die Löcher von Schrauben und Stossnadeln verspachtelt und geschliffen waren und alles andere abgeklebt war, konnte MYA so ca. am 25. September zum Lackierer. Ich wollte sie ja endlich auf dem Wasser sehen!
Aber wie heisst das Sprichwort: Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.



Fortsetzung folgt!
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guennie
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   So 18 Nov 2012 - 17:32

Alles auf Anfang
Na ja, ganz so schlimm war es nicht, aber der Reihe nach.
Mein Freund, der mit dem Lackierwerk, sagte zu mir: "Bring das Ding vorbei, wir machen beim nächsten Autolackieren mal die Farbe drauf, die wir grade in der Sprühpistole haben. Dann siehst du besser, wo du nacharbeiten musst"
Gesagt, getan, ich habe das Ding hingebracht, es dauerte ein paar Tage, dann holte ich MYA am 30. September ab. Meine Überraschung war groß, den MYA hatte beinahe die Originalfarbe, ein Lieferwagen war so lackiert worden. Oberflächlich betrachtet war auch alles okay, wie die Bilder zeigen.







Allerdings hatte mein Freund recht. Man sah jetzt sehr deutlich, wo noch nachgearbeitet werden musste, eigentlich überall. An vielen Stellen sah man noch die Holzmaser durch, im letzten Bild gut auf der Bugverstärkung zu sehen aber das schlimmste war, dass an einigen Übergängen noch tiefe Fugen waren.



Damit traute ich mich MYA nicht aufs Wasser zu setzen! Was also tun? Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte und der 1. Oktober ein schöner sonniger Tag war, entschloss ich mich zur Radikalkur. Stehtisch auf den Rasen gestellt, Dreiecksschleifer angesetzt und den gnazen Rumpf nochmal geschliffen, bis ich dachte, dass er jetzt glatt genug wäre, anschließend mit Porenfüller gestrichen. Wie gesagt, alles auf Anfang.



In den nächsen Tagen war dann das Übliche: Risse verspachteln, schleifen, streichen, schleifen, streichen, schleifen, ...

Allerdings ist in den Tagen, in denen der Rumpf weg war, die Kajüte weit gediehen. Sie kam am 12. Oktober zum Lackierer, und als ich diese am 15. wieder abholte, war sie wirklich fertig, d.h. so weit gediehen, dass jetzt als nächses das Labordeck die endgültige Farbe grau erhalten kann und dann die ganzen Einzelteile angebaut werden können. Davon gabe es ja schon ein Bild im ersten Bericht.

Ansonsten gab es Pause vom 20. Oktober bis 3. November. Ein kleiner Arbeitsurlaub in Niederbayern und der Besuch der Modellbaumesse in Friedrichshafen standen auf dem Programm.

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Lothar
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mo 19 Nov 2012 - 9:25

Hallo guennie,
ein sehr schönes Schiff,wenn Du es mal fertig hast setz es auf die Ems und komm in
Lingen vorbeigeschifft,es ist ja nicht weit.Spaß beiseite,ich würde auch gerne wieder
Holzmodelle bauen aber der Platz ist nicht mehr vorhanden,darum Kartonmodellbau.

Gruß Lothar
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mo 19 Nov 2012 - 18:36

Hallo Lothar,
danke für deinen Kommentar. Ja das mit dem Fertigwerden ist so eine Sache, aber etwas Zeit habe ich ja, Nur, wenn du es dir ansiehst, dann weisst du, wieivel Arbeit noch drinsteckt. Nun bin ich auch kein Modellbauer, der von morgens bis abends davorsitzt, so 2 bis 4 Stunden pro tag müssen genügen, dann habe ich auch meistens die Nase voll, vor allem jetzt beim Schleifen. Morgen kommt der nächste Baubericht, bis zum derzeitigen Stand. allerdings habe ich dan noch ein paar Schmankern, denn so ca. 20 bis 25 Kleinteile sind auch schon fertig.
Mit dem Platz ist das auch so eine Sache, MYA ist mit 87 cm ja nicht riesig, der Schlepper mit 1,16 cm schon etwas mehr und außerdem habe ich noch einen holländischen Plattboden rumstehen, der ebenfalls knapp 1m groß ist. Auch bei mir ist die Frage wohin damit, aber das wäre bei Kartonmodellen ebenso.
A propos Kartonmodellbau: ich habe in Friedrichshafen staunend davor gestanden und jetzt auch hier im Forum gestaunt. Das ist ja kaum anders als beim Holzbau, wenn Peter mit dem Schwingschleifer dran geht. Meine Erfahrungen beziehen sich nur auf einen Versuch mit einem - wie ich meine - Wilhelmshavener Modellbaubogen der kläglich endete (im Papierkorb). Aber das war eigentlich auch kein Karton sondern nur etwas dickeres Papier. Vielleicht versuch ich es ja auch mal, aber im Monent sicher nicht.
Ob der Akkku der Mya bis Lingen reicht, ist ne andere Frage, aber dann kann man sie ja treiben lassen :-). Gruß Günter
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Di 20 Nov 2012 - 8:32

2. Versuch

Nach Rückkehr machte ich mich also an die Arbeit, die Risse und Unebenheiten zu bearbeiten. Dabei habe ich dann die Rümpfe auch weiss gespritzt, damit man eine glatte Fläche hat und schlechte Stellen einfacher sieht.


An dem leichten Glanz erkennt man, dass die Oberfläche innen und unten jetzt schön glatt ist. Die Außenseite muss noch behandelt werden.




Aber: am Spiegel gibt es immer noch Vertiefungen, hier nochmal mit Porenfüller behandelt.
Ich verwende uralten Porenfüller von Zweihorn auf Zellulosebasis. Test haben ergeben, dass der sich mit den von der Lackiererei verwendeten Acrylfarben verträgt. Das Weiss ist ebenfalls Acryl.


Am 11.11. ist der Backbordrumpf fertig


... und eine Woche später auch der Steuerbordrumpf.


Die Risse im Unterboden sind verschwunden.


Das Zwischenteil kann so bleiben, es wurde zwar auch behandelt, aber nicht überlackiert, weil da ja noch 2 Mal Farbe drauf kommt. Lediglich am Spiegel gibt es noch zu tun, er wurde schon geschliffen und (nochmal) mit Porenfüller behandelt. Ich denke, heute nachmittag komme ich dazu, ihn ebenfalls weiss überzulackieren, dann geht MYA in die Lackiererei.

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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Mi 21 Nov 2012 - 15:29

Ohne MYA
Ja, liebe Forumsfreunde, heute habe ich mich von MYA getrennt! Nein, keine Sorge, ich habe sie nicht verheizt, wie Peter es mit seinem Kartonmodell gemacht hat, sondern zum Lackierer gebracht. Ich weiss noch nicht genau, wann ich sie wieder bekomme, weil das dort so nebenbei läuft. Wenn grade lackiert wird, kommt sie mit dran, dann ist das preiswerter.
Aber die letzten Bilder sollt ihr natürlich noch zu sehen bekommen.


Der Spiegel ist ja, wie man sieht, mehrfach bearbeitet worden, er ist jetzt glatt, zumindest denke ich, er ist glatt genug. Als nächstes bekommt er unschuldiges Weiss verpasst, damit man sieht, ob er auch wirklich glatt ist, oder ob der Wunsch der Vater des Gedankens war.


Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.


Also wird MYA gut eingepackt, d.h. abgeklebt.


Die blauen Flecken stammen noch vom letzten Lackieren, der damalige Karton vom Achterdeck passt immer noch Very Happy

Und ab geht es! Aber keine Sorge, noch könnt ihr was ansehen, denn es gibt ja schon ein paar Kleinteile.
Gruß Guennie
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Do 22 Nov 2012 - 8:54

Hallo Guennie!
Beachtlich!! Bis jetzt ist doch alles in bester Ordnung. Kannst mit dem Ergebnis zufrieden sein. Wird bestimmt ein schönes Modell.
Es Grüßt,
Konfuzius


Zuletzt von Konfuzius am Do 22 Nov 2012 - 16:18 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Do 22 Nov 2012 - 11:43

Danke Konfuzius! Gruß Guennie
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BeitragThema: Re: Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie   Do 22 Nov 2012 - 15:46

Der Außenkompass
auf dem Deck des Ruderhauses steht bei MYA ein Kompass, der einigermaßen originalgetreu nachgebildet werden soll.


Ich habe angefangen mit der runden Platte, auf die eine an den Ecken abgerundete Platte aufgeschraubt ist. Man beachte die Sechskantschraubenköpfe.


Leider habe ich auch davon nicht so viele Fotos gemacht. Unter diese Platte kam ein kurzes Kunststoffrohrstück (für Elektroinstallationl) darüber ein kurzes Stück Rundstab. Der Absatz, also die leichte Verdickung wurde mit Karton realisiert. Dann kam wieder ein Stück Rundstab und die Hutze oben wurde gedrechselt. Mit dem Holzbohrer wurde schräg ein Loch gebohrt, in ein Messingrohr wieder ein schwarz gefärbter Holzstab eingeleimt und das Messingrohr in die Bohrung gesetzt. Nach der Lackierung sieht es dem Original ziemlich ähnlich.


Fortsetzung folgt.
Gruß Guennie
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Der Forschungskatamaran MYA im Maßstab 1:20 gebaut von Guennie
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