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 Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr

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Maik Mohr
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Di 18 Okt 2016 - 22:07

Ein weiterer Bauabschnitt: Wellenanlage.

Doch ich muss euch dazu bereits im Vorfeld schreiben, dass dieses Thema noch komplexer ist, als ich es mir selbst hätte träumen lassen.
Bei allen anderen Booten hätte ich jetzt die Welle reingekloppt, mit n bissel ausgerichtet, vergossen und dann den Motor darauf ausgerichtet.
Aber hier ist alles, wirklich AAALLLLLLEEESSS anders!

Zum Bau:
Am Anfang war - die Bohrung der Wellenabstützung. Bereits viele, viele Beiträge zurück, als das Boot seine Planken bekam, wurden die Punkte der Abstützungen mit einem Bohrloch markiert.
Nun war es daran, diese Punkte in einen 1,5mm breiten Spalt zu verwandeln. Er musste nicht sonderlich perfekt sein, nur ungefähr. Länge des Langloches - ungefähr 10mm.




Aus 6mm Messingrohr und einer 1,5mm Messinglechtafel fertigte ich mir die zunächst die Einzelteile an:
- 2 Antriebswellen-Stevenrohre
- 2 Kurzsteven für die Abstützung
- 2 Abstützungsträgerbleche.

Die Hauptrohre sind momentan noch deutlich länger als benötigt - darauf komme ich zum geeigneten Zeitpunkt aber noch zurück.




Beide Kurzsteven wurden nun mit der Drehbank am vorderen Bund ein wenig stromlinienförmiger gefast. Das hintere Ende bleibt jedoch stumpf rechtwinklig, um eine schöne Abrisskante zu schaffen.
Mit Silber-Hartlot wurde nun das Trägerblech auf dem Kurzstevenrohr aufgelötet. Das hält 10mal besser als Weichlot, und aufgrund schlechter Erfahrungen habe ich mich nun zum Hartlot durchgerungen.




Und auch bei den Abstützungen: Nach vorn stromlinienförmig, Achtern stumpfer rechter Winkel.




Die erste Passprobe mit den 2x3x5mm Kugellagern: Passt einwandfrei!




Und so in etwa sollte es dann später ausschauen. Die Längen werden noch ein wenig optimiert lol!
Der Propeller hat 16mm Durchmesser und ist noch unbearbeitet...
Da ich diesen noch schleifen muss, werde ich ihn vermutlich etwas schärfer im Pitch bearbeiten, um mehr Vortrieb zu erhalten. Das Boot braucht ja weniger Kraft als mehr Geschwindigkeit ^^.




Euer Möhrchen



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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Mi 19 Okt 2016 - 5:07

Hallo Maik,
woher hast du den Propeller? Auch selbst gemacht? Und wie?
Fragt Günter
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Mi 19 Okt 2016 - 9:02

Hm - stimmt. Jetzt wo du fragst, könnte ich die eigentlich auch selbst herstellen... ^^.
Aber nein . Die sind in der Bucht gekauft. Sind Guss-Propeller und haben nur ein recht kurzes Gewinde.

Vielleicht setze ich mich auch noch mal ran und versuche, selbst welche herzustellen...


Möhrchen
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Mi 19 Okt 2016 - 21:46

Einen der größten Abschnitte des Aufbaus der Twin II stellt das Getriebe dar.
Viele werden sich fragen: "Getriebe? - Kann doch nicht so schwer sein!"
In diesem Fall jedoch spielen viele Parameter eine tragende Rolle:
- Das Getriebe muss klein sein
- Die Abtriebswellen müssen gegenläufig drehen
- Der Motor muss exakt die richtige Höhe haben
- Es muss zu 95% abgedichtet sein.

Und hier beginnt die Odyssee...


Am Anfang stand der Entwurf. Aus diesen fertigte ich die erste Grundplatte aus 1mm Aluminiumblech an...




Die beiden Bohrungen stellen die Positionen der Abtriebswellen dar. Der Abstand beträgt exakt 40mm.
Die Höhe ist exakt dieselbe wie in der Skizze...

Wie bereits in der Skizze zu eingezeichnet, sind im Getriebe 4 Zahnräder mit 16mm Außendurchmesser bzw. 14mm Teilkreisdurchmesser vorgesehen.
Es folgten Probebohrungen, nicht für die Zahnräder, sondern für die Motorposition. Der Motor darf keinesfalls zu tief oder zu hoch montiert werden. Die Neigung des Getriebes aufgrund der Wellenneigung musste mit einberechnet werden.




Alle Bohrungen sind nun in die Grundplatte eingearbeitet...




Die korrekte Motorenposition war auch schnell gefunden. So wird das Getriebe dann im Inneren später ausschauen...




Möhrchen







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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Do 20 Okt 2016 - 21:33

Das Matritzenblech hat nun schon fast ausgedient ^^. Den Zweck der Probe- und Anpassungsphase hat es überstanden.
Nun werden neue Bleche angefertigt, und zwar jene für das richtige Getriebe...

2 x 1mm Alublech Bitte...




Das Matrizenblech macht seinem (von mir verliehenen) Synonym alle Ehre: Die Bohrungen werden einfach 1:1 mit der Tischbohrmaschine übernommen...
Durch die Bohrungen führte ich zunächst M3-Schrauben, auf welchen die Ritzel aufgereiht wurden.
Schade eigentlich - als ersten Gedanken hatte ich Klarsicht-Kunststoff für das Gehäuse eingeplant ^^. Machte sich aber nicht ganz so gut mit der Haltbarkeit...




Nun noch Deckel drauf und mit Sicherungsmutter fixiert...




So konnte ich prüfen, ob die Zahnräder nicht zu stark gegeneinander gepresst werden. Das Einstellen des Zahnflankenspiels ist bei diesem Getriebe aufgrund der Baugröße leider technisch nicht möglich... Darum aber auch Messingritzel und kein Stahl. Messing hat ja doch noch etwas bessere Einlaufeigenschaften...




Möhrchen


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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Fr 21 Okt 2016 - 4:56

Ich finde es ja spannend, was du da alles so anfertigst. Von einem Klarsichtgehäuse kann ich nur abraten, es hat sich bei mir (in John) nach Jahren aufgelöst.
Was ich mich die ganze Zeit frage ist, ob du mit dem Gewicht zurechtkommst, ich schau weiter interessiert zu.
Gruß Günter
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Fr 21 Okt 2016 - 10:17

Hallo Guennie,

Naa, hinkommen wird das schon irgendwie.
Bislang sind sie noch alle geschwommen ^^.
Das Getriebe hatte ich mir auch ein wenig leichter vorgestellt. Habe es noch nicht gewogen - hole ich noch nach, aber ich hätte es beispielsweise auch mit Kunststoff-ritzeln aufbauen können. Die Gefahr, dass sich diese mit der Zeit dann doch recht schnell auflösen, ist mir aber viel zu groß. Zudem lassen sich in die Messingritzel besser Gewinde für die Klemmschrauben eindrehen...


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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Fr 21 Okt 2016 - 19:57

Ich hatte ja zu Anfang wirklich überlegt, für die Verkastung des Getriebes ein 12mm-Alu-U-Profil zu verwenden. Ich war mir aber nicht sicher, ob ich die fehlenden 2mm nicht anderweitig gut gebrauchen könnte. 2mm mehr Materialhöhe bedeuten schließlich auch 2mm mehr Platzbedarf - und bei einem Boot von ca. 280mm Länge zählt an gewissen Stellen jeder Milimeter...
Zudem hätte eben dieses Profil auch nur eine Wandstärke von 1mm. Das wird verdammt eng...

Also griff ich zu einem 10mm Alu-Rechteckprofil und trennte dieses der Länge nach auf. Dieses hat eine Wandung von 1,5mm.




Die Ecken wurden direkt am "lebenden Objekt" übertragen. Schnitzer konnte ich mir nur einmal erlauben - die andere Hälfte des Profils war ja noch übrig. Brauchte ich aber zum Glück nicht Wink.
Die Ecken wurden negativ in einem Winkel bis zu 90° ausgetrennt. An den Ecken mit weniger Radius natürlich entsprechend geringer.




Es dauerte doch unerwartet länger, den Rahmen anzufertigen. Die Enden habe ich so designed, dass die obere Lamelle an die seitliche Wand anschließt. Eine direkte Gehrung wäre zu aufwändig gewesen, wenngleich auch nicht unmöglich.




Es sieht etwas "unprofessionell" aus - zugegeben. Ich wollte mich aber auch nicht stundenlang mit dem Austrennen der Ritzel beschäftigen...
Im Nachhinein jedoch - würde ich das Getriebe noch einmal anfertigen müssen, wo würde ich das Mehrgewicht in Kauf nehmen und den Rahmen aus einem ganzen Block ausarbeiten. 10mm Aluminiumblech habe ich Vorrätig. Die Kontur ausgetrennt, plan gefeilt und anschließend mit dem Stufenbohrer die Bohrungen der Ritzel nach und nach ausgearbeitet - den Rest mit der Rundfeile...
Wenn ich noch einmal müsste Wink




Kurze Passprobe: Alle Ritzel haben genügend Platz...




Nach und nach können nun die Deckel mit dem Rahmen verschraubt werden. Dazu werden 60% der nötigen Bohrungen einzeln gebohrt: 1,5mm vorbohren (Deckel + Rahmen), Deckel auf 2mm aufbohren und M2-Gewinde in den Rahmen einschneiden. Dann Schraube rein, fixieren und nächste Bohrung... Bringt ein gebogener Rahmen leider nun mal so mit sich Wink.
Darum schrieb ich es ja auch als "Odyssee" aus...




Möhrchen







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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   So 23 Okt 2016 - 21:32

Damit die Wellen nicht auf dem weichen Aluminium gelagert werden, habe ich Bundbuchsen angefertigt. Die Bohrungen messen 3mm und haben einen 4mm Absatz für 2x1mm Dichtringe...
Jede Bundbuchse ist maßgefertigt. Der Bund ist 0,75mm in der Breite, die Passungswelle hat einen Durchmesser von 4,95mm und ist 1,1mm dick. .




Die Probematritze diente mir als Anpassungshilfe. Jede Bundbuchse wurde auf Passgenauigkeit geprüft, damit sie später auch stramm in der Bohrung sitzt und nicht wackelt...




Passt Wink




So schaut es dann von der anderen Seite aus...





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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   So 23 Okt 2016 - 22:08

Die Anfertigung meiner ersten Wellenkupplungen steht an. Für euch sind es 3 Fotos - das sieht nach fixer Arbeit aus. Was jedoch dahinter steckt, umfasst mehr als eine Woche harter Arbeit... Glaubt man nicht - dazu mehr am Ende des Beitrages...

Am Anfang stand wieder eine 12mm Messingwelle. Aluminium kam hier aus mehreren Gründen nicht in Frage:
1.) Ich hatte keine Aluminiumwellen mit geeignetem Durchmesser zur Hand. Meine lagernden Wellen haben allesamt mindestens 20mm Durchmesser - der Verschnitt wäre zu groß.
2.) Aluminium wäre nicht stabil genug. 2mm-Bohrungen und kurze M3-Gewinde - das muss langlebig sein und eine entsprechende Benutzung verkraften. Alu-Gewinde würde mit der Zeit ausjackeln.
3.) Einerseits ist die Masse der Wellenkupplungen recht hoch, andererseits dämpft sie so auch auftretende Vibrationen deutlich besser als leichtes Aluminium. Natürlich von einem entsprechenden Rundlauf ausgehend...


Im ersten Arbeitsschritt wurde die Welle gebohrt. Eine 1,5mm-Bohrung zum Vorbohren, mit 2mm aufgebohrt, bis zu einer Tiefe von 22mm. Die Kupplung selbst ist 20mm lang. Anschließend wurde die Bohrung bis zu einer Tiefe von 10mm auf 3mm aufgebohrt und der Bohrungseingang mit dem Kegelsenker entgratet und als Einführungshilfe leicht gefast.
Als nächstes wurde die Welle von 12mm auf 9mm abgedreht. Diesen Durchmesser wählte ich aufgrund der Madenschraubenlängen, die mir zur Verfügung standen...
Im nächsten Arbeitsschritt wurde die Welle bei 20mm vorgestochen, an beiden Enden mit Fasen versehen (0,5mm @ 45°). Zusätzlich habe ich der Optik und Haptik wegen (als Rutschhemmung für die Fingerchen) mit dem Gewindemeißel Rillen eingearbeitet. Der exakte Abstand beträgt 1,25mm zueinander, in der Mitte sind es 2,5mm und zu den Rändern jeweils 6,25mm.




Im folgenden Arbeitsschritt wurde die Kupplung poliert. Hierfür zunächst mit 2K Schleifpapier von Riefen befreit, dann mit dem Dremel und Polierfilz in 2 Arbeitsgängen aufpoliert.




Am Schluss wurde endgültig abgestochen. Die Kupplung kam dann in den Maschinenschraubstock und wurde mit 2,5mm-Bohrer gebohrt, abschließend M3-Gewinde eingebohrt. Da ich keine Möglichkeit der Wellenzentrierung habe, entschied ich mich gegen ein Durchbohren.




Was war nun so problematisch an der ganzen Sache?
Der Reitstock meiner Drehbank war nicht gut ausgerichtet. Bohrer senkten sich beim Ansenken immer nach unten - trafen ohne Senken auch nicht die Mitte und eierten herum. Im Ergebnis hatte eine 2mm-Bohrung immer mindestens 2,25mm. Je größer und stabiler der Bohrer, desto schlimmer wurde es. Bei einer 20mm-Bohrung war die Bohrung dann am Eingang 21mm, am Ausgang nach 40-50mm Bohrteife dann sogar schon fast 23mm...
Und damit lässt sich einfach nicht Arbeiten.

Also fertigte ich 2 Zentrierkegel und prüfte die Flucht. Ergebnis: Der Reitstock war um 1mm zu hoch.
Zunächst schrieb ich den Hersteller an. Der wollte, dass ich das Teil einschickte. Das hätte aber Wochen gedauert. Selbst bis zu einer Antwort, trotz vorangeganger telefonischer Kontaktaufnahme, vergingen 3 Tage.
Also setzte ich mich selbst dran und zerlegte den Reitstock komplett. Mit 240er Schleifpapier schliff ich die Planfächen des 2-teiligen Reitstockes nach und nach ab. Glücklicherweise war das Teil aus Grauguss, was sich sehr gut bearbeiten lässt.
Nach ca. 6 Stunden Arbeit (jeden Tag ca. 1h = 6 Tage) hatte ich das gute Stück dann endlcih dort, wo ich ihn hinhaben wollte. Zu allem Unglück brach dann auch noch eine Ausrichtnase im Reitstock, zum Einstellen der seitlichen Ausrichtung, ab. Mit M3-Schrauben und eingebohrten Gewinden gelang mir glücklicherweise eine einwandfreie Reparatur.
Nach der Modifikation war es mir nun endlich möglich, einwandfreie Wellenbohrungen anzufertigen, die auch den Durchmesser haben, den der Bohrer vorgeben sollte ^^.


Möhrchen
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Scampolo
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Mo 24 Okt 2016 - 20:45

Hallo,

finde es super, wie man dir zuschauen kann, wie du deine Teile herstellst.

LG Scampolo
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Mo 24 Okt 2016 - 20:58

Hallo Scampolo...
Wenn du mal Teile benötigen solltest - schreib mich einfach an Wink.

Zum ersten Mal ist das Getriebegehäuse vollständig verschlossen. Alle Bohrungen sind gesetzt, die Gewinde gebohrt und mit M2x4 Zylinderkopfschrauben verschraubt ^^.




Sportlich: 8 Messing-Bundlager wurden angefertigt. Die Bundlager wurden in 2 Chargen hergestellt. Die erste Charge hatte einen noch 1mm starken Bund, bei der 2ten verringerte ich das Maß dann auf 0,75mm...




Die Bohrungen im Getriebegehäuse wurden nun auch vorsichtig von 3 auf 5mm aufgebohrt...




Die erste Welle wird angefertigt. Hierzu verwendete ich Altbestände. Gehärtete Tamiya-Lagerwellen von einem Desert Gator ^^, geschlachtet vor mittlerweile gut 7 Jahren...
Die Wellen sind elendig gehärtet. Zum Einarbeiten der Nut musste ich den Gewindemeißel benutzen und hoffen, dass dieser die Tortur mitmacht...




In dieses Wellenende wurden 2 Nuten eingearbeitet. Die erste Nut ganz außen ist die Seegering-Nut. Auf der 2ten wird der Dichtring, ein 2x1mm Gummi-O-Ring, aufgezogen.




In der Bundbuchse ist eine Aussparung eingearbeitet. In dieser kann der Dichtring halb eintauchen. Der Rest liegt dann dicht am Zahnrad an. Durch das Schmiermittel ist die Reibung zwischen Dichtring und Zahnrad eher vernachlässigbar. Wichtig ist, dass das Ergebnis stimmt... Wink




LG - Möhrchen
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Di 25 Okt 2016 - 18:28

Die Welle wurde nun beidseitig bearbeitet und mit nahezu identischen Nuten versehen. Abgestochen wurde nicht - unter Rotation abgesägt ^^. Geht sehr gut bei harten Werkstoffen ^^




Nun kommt zuerst der Dichtring draufgeschoben...




... testweise gefolgt von dem Seegerring. Leider hatte ich keine geeignete Zange für solche Mini-Seegerringe...




Da der Wellen-Sicherungsring so arg stramm auf der Welle saß, striff ich eher den Dichtring wieder herunter, schob das Bundlager auf die Welle und setzte den Dichtring dahinter. Passt Wink




Möhrchen



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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Mi 26 Okt 2016 - 21:46

Hallo Freunde,

es geht zügig voran:

Die Bohrungen für den Antriebsmotor wurden eingearbeitet... Ich muss M3-Schrauben verwenden, die Bohrungen haben jedoch 3,5mm, um ein wenig Spielraum zum Ausrichten zu gewinnen.
Die untersten beiden Zylinderkopf-Gehäuseschrauben wurden gegen Senkkopfschrauben (ebenfalls M2x4 aus V2A) ersetzt, Senkungen inklusive ^^. Der Motor würde sonst nicht plan aufliegen...




Die Gehäuserückwand wurde zum letzten Male abgenommen, mit dauerelastischer Dichtmasse bestrichen und anschließend wieder montiert. Überschüssige Dichtmasse braucht nicht entfernt zu werden...
Auch die Messing-Bundlager werden am Bund mit Dichtmasse bestrichen, anschließend in die Bohrungen eingeschlagen.




Der Turnigy D2830/11-Outrunner (1000KV/210 Watt) wird montiert...




Für die Erstmontage nutzte ich noch Unterlegscheiben und M3x6mm Zylinderkopfschrauben.




Bei der Montage des Motorritzels stellte sich aber heraus, dass die Schraubenköpfe in Konflikt mit den Befestigungsschrauben des M-Ritzels kommen. Also - wieder raus mit denen und in der Kramkiste wühlen. Fand dort noch sehr gut erhaltene (und gehärtete) Linsenkopfschrauben M3x4, welche ideal und kompromisslos passten.




Die Abtriebswellen... Es war schon ein wenig "tricky". Anfangs wollte ich die freilaufende Gegenlaufwelle als Muster verwenden. Mir fiel dann aber gerade im letzten Moment noch ein, dass das Ritzel auf der Gegenlaufwelle frei drehen kann und die Welle deshalb geklammert wurde. Bei den Abtriebswellen müssen die Ritzel jedoch kraftschlüssig mit der Welle verbunden werden... Die Seegering-Nuten dürfen also entfallen. In Position gehalten wird die Welle vom Ritzel selbst.




Alle Ritzel aufgereiht... Mensch, beim nächsten Mal feile ich den Gehäuserahmen doch aus einem ganzen Block... Wink.
Beim ersten Versuch füllte ich hochviskoses Gleitbahnöl in das Getriebe. Nach Verschließend des Deckels blieb es auch an Ort und stelle, bis die Wellen durchgedreht wurden. Leider konnte ich nicht sagen, warum das Öl sich durch die Lager nach außen zwängte. Was war nun auch nicht so, dass es wie wahnsinnig "lief", sondern es bildeten sich kleine Öltropfen an den Lagern aus.
Ob nun die Dichtring-Bohrungen in den Bundlagern schuld daran waren, oder die Nuten auf den Wellen zu tief - ich kann nur Vermutungen anstellen.




De Fakto habe ich das Öl wieder entnommen, das Getriebe vollständig gereinigt und anschließend satt mit Hochleistungs-Bootsmotorenfett (Weißfett) von Liqui Moly befüllt. Nach Verschließen des Deckels blieb das Fett auch an Ort und Stelle Wink.


Möhrchen














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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Sa 29 Okt 2016 - 10:58

Hallo Maik,
das wird ja ein feinmechanisches Meisterwerk. Die meisten Modellbauer - ich eingeschlossen - verfügen gar nicht über Drehbank etc. Wenn ich das richtig sehe, soll das ein Rennboot werden, oder wozu braucht man sonst für ein 28 cm Schiff einen 210 Watt Motor?
Mit welcher Spannung willst du den betreiben, denn - das stimmt doch, oder? - die Bezeichnung 1000KV heisst nicht Kilovolt (das wäre auch reichlich hoch) sondern 1000 U/min pro Volt?

Gruß Günter
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Sa 29 Okt 2016 - 11:17

Hallo,

Maik, die Mechanik gefällt mir auch.
Kann man sich viel abgucken.

Günter - 1000 U/min pro Volt ist richtig.

_________________
Gruß

Stephan

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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Sa 29 Okt 2016 - 13:06

Hallo ihr Lieben,

ja, das stimmt. Grob gesehen steht KV für die Drehzahlkostante "Umdrehungen je Volt Spannung". Grob gesehen deshalb, weil sich dies nicht auf die tatsächliche Leistung bezieht. Die Motordrehzahl schwankt zwar nicht so stark unter unterschiedlicher Last wie bei einem Bürstenmotor, ist aber trotzdem definitiv gegeben. Um die ideale Belastung anzugeben, müsste man neben einer festen Spannung auch einen Drehzahlsensor installieren, um zu schauen, bei welcher Belastung die "KV" denn auch tatsächlich stimmen...
Bei unterschiedlichen Motoren mit z.B. 1000KV zu 2000KV ist das nicht relevant. Hat man nun aber welche mit beispielsweise 210KV und 190KV, wird es schon deutlich interesanter, was am Ende bei rauskommt ^^.

Also:
Der Motor der Twin II mit diesem Getriebe, hat 1000KV und 210 Watt. Mit diesen 210 Watt muss er aber auch mehr Last und 2 Propeller antreiben - es geht also auch viel Leistung verloren. Was am Ende bei rauskommt, kann ich aufgrund mangelnder Erfahrung mit diesen 16mm Mini-Propellern noch nicht mal ansatzweise abschätzen.
Angetrieben wird das Setup aber definitiv von einem 3S Lipo.


Das Setup der Twin I besteht hingegen aus dem gleichen Regler, jedoch einem 1400KV-Motor mit 160 Watt. Der dürfte bei nur EINER kleinen 16mm-Schraube voll ausdrehen können ^^, wird aber auch nur von einem 2S Lipo befeuert - vorzugsweise. Der 3S Lipo bleibt in Hinterhand.

Nein, nur Sportboot, kein Rennboot. Die Fahrleistungen kann ich noch nicht einmal ansatzweise abschätzen - fehlen mir die Erfahrungen bei dieser Bootsgröße zu. Es gibt zu viele Variablen, beispielsweise das doch recht hohe Fahrgewicht von schätzungsweise 650 Gramm... Gewogen wird aber erst am Schluss Wink.

Vielleicht spendiere ich meinem Modell sogar eine Persenning - dann könnte ich auf die Bodenplicht weitestgehend verzichten und hätte trotzdem einen vollen Wetterschutz ^^.


LG - Maik
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Sa 29 Okt 2016 - 16:30

Hallo Maik!
Danke! Ich denke, das hat nicht nur mir beim Verständnis geholfen. Nicht jeder - ich auch nicht - kennt sich mit solchen Werten aus. Ich weiss auch nicht, was ein 2S und ein 3S Lipo Akku ist.

Gruß Günter
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Sa 29 Okt 2016 - 16:54

Hallo,

Günter, ein 1S (1 Zelle) hat 3,7 Volt, ein 2S (2 Zellen in Reihe) LiPo hat 7,4 Volt und ein 3S (3 Zellen in Reihe) LiPo hat 11,1 Volt
Sollte so stimmen.

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Gruß

Stephan

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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   So 30 Okt 2016 - 5:35

Alles klar, danke!
Günter
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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   So 30 Okt 2016 - 11:54

Ich möchte da gern noch einen drauf setzen Wink :

Die angegebenen 3,7V stellen nur die MITTLERE Zellenspannung dar. Nach oben und nach unten sind 0,5V Spielraum drin. Bedeutet: Ein leerer Akku hat 3,2V, ein voller 4,2V. Das ist gerade bei hohen Zellenzahlen größer 3S von Bedeutung, wenn es sich um empfindliche bzw. kritische Hardware wie beispielsweise UBEC/SBEC's, Fahrregler oder Beleuchtung/Sound handelt.
Als Rechenbeispiel:

Ein 6S Lipo ist mit einer mittleren Zellenspannung von 22,2V angegeben. Der Fahrregler ist NICHT mit 6S ausgeschrieben, sondern bis maximal 23V (als fiktives Beispiel).
Voll geladen hat der Lipo nun aber keine 22,2V mehr, sondern 25,2V. - also 3V mehr. Für den Fahrregler kann das schon auf Dauer tödlich sein...
Darum Bitte immer darauf achten, womit die Hardware angegeben ist. Steht eine genaue Zellenzahl, dann ist diese vor der Betriebsspannung bindend...

Anders bei Motoren. Deren Spannungsangabe ist tatsächlich nur ein Richtwert.
Wichtiger ist die Leistungsangabe. Kann ein Motor beispielsweise 210W leisten und ist mit 30A angegeben, sollte die Maximalspannung bei ca. 7V liegen. Verluste mit eingerechnet ist man also bei einem 2S Lipo.
Möchte man ihn nun mit 4S betreiben, sollte die Last so weit gesenkt werden, dass die Leistung wieder stimmt. Bedeutet also: 210W/14,4V= 14,5A - mit Verlusten ca. 15A.
Kommt eine Kühlung mit ins Spiel, z.B. eine Wasserkühlung, dann kann man deren Leistung wirklich enorm anheben - bei Brushless-Inrunnern um bis zu 300%, sofern Fahrregler und Akku das hergeben. Anfangs sollte auch der Motor in regelmäßigen Zeitabständen geprüft werden.

Als Beispiel: In meiner Riva werkeln 2 Robbe Roxxy 3656/06 mit jeweils angegebenen 400 Watt an zwei 3S Lipo parallel, also 11,1V. Beide Roxxy saugen unter Volllast ca. 220A - was schon ein paar Akkus gekillt hat (darum fahre ich nur noch im 2er-Bundle). Unterm Strich leistet ein Roxxy so aber mal eben (mit aktiver Wasserkühlung per Wasserpumpe) 1200 Watt - 3mal so viel wie angegeben...

Hier ein Video zu meiner Riva:

Code:
https://www.youtube.com/watch?v=k0yAlGHt478&feature=youtu.be


Die Lautstärke liegt übrigens an defekten Stevenrohr-Abstützungen - fiel mir auch erst nach der Fahrt auf, dass die weggerissen waren...


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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   So 30 Okt 2016 - 20:45

Ich mach dann mal ein bisschen weiter Wink

Nachdem das Getriebe mit mehr als genügend Fett gefüllt war, konnte der Deckel aufgesetzt werden. Als alle Schrauben eingedreht und mit Loctite gesichert waren, wurde der letzte Sprengring auf die Freilaufwelle gesetzt...
Die Welle, die diagonal darunter aus dem Lager schaut, gehört zum Motor ^^




Und so schaut der Antrieb nun im Gesamten aus...




Im Boot macht er eine recht passgenaue Figur ^^






Nun hatte ich das Problem, dass der gesamte Antrieb nicht rechtwinklig zum Kiel eingesetzt werden musste, sondern diagonal. Noch dazu hatte er keine seitliche Führung und wanderte von links nach rechts. Das konnte so keinesfalls bleiben. Mit 5x5mm Kiefernleisten wurde zunächst eine seitliche Führung realisiert. Um mehr Auflagefläche zu schaffen, wurden die Leisten dem Boden entsprechend gefast.




Die Wellenkupplungen wurden ja nun schon auf die Getriebewellen gesetzt. Zum ersten Mal wurden nun die Stevenrohre mitsamt Antriebswellen eingesetzt. Die Miniatur-Kugellager mussten hierfür probehalber in das Stevenrohr gesetzt, aber noch nicht fixiert werden...





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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Mo 31 Okt 2016 - 13:34

Zur Ausrichtung und Stabilisierung des Getriebes, installierte ich ein entsprechend stabiles Gerüst aus Kiefernleisten.
Am Boden wurden hierzu zunächst 12x2mm Leisten aufgebracht, um das Getriebe auf die entsprechende Höhe anzuheben. Die unteren Flanken des Getriebegehäuses haben einen identischen Winkel und liegen gut auf.
Im Anschluss wurde das Gehäuse nach oben begrenzt. Durch die Vibrationen, die bei Fahrt entstehen können, könnte das Getriebe ausgehoben werden und die Antriebswellen verbiegen - muss ja nicht sein.
Zwei zusätzliche Vertikalstreben sichern die fixe Getriebeneigung zu den Wellen. Die beiden anderen Querleisten klemmen die Vertikalstreben ein und verhindern ein Ablösen. Das Getriebe selbst erzeugt ja auch Vibrationen - da darf sich nichts Lösen...

Am Boden, direkt vor dem Getriebe, installierte ich eine 2mm Bodenplatten. Nein, das ist nicht die Bodenplicht, sondern ein Halteplatte für das Getriebe - auf... sagen wir... etwas skurrile Art und Weise, aber durchaus funktionell ^^.




Hm - auf diesem Bild dreht es sich nicht, wie zu vermuten wäre, um den Servostecker ^^, sondern um das kleine, vertikal eingesetzte Brettchen aus 2mm Birke. Damit dieses Brettchen einen festen Halt findet, wurde eine zusätzliche kurze Leiste quer dahinter unter die Balken gesetzt.




Um die Auflagefläche bzw. Verleimungsfläche zu optimieren, wurde das Brettchen am Spant ausgespart. Am Rumpfboden wurde die Kante gefast.
Und welche Funktion hat dieses kleine, aber seeeehr wichtige Brettchen nun?
Es wird später die Motoren-Anschlussleitungen vom Motor fern halten. Da sich die Motorenglocke selbst dreht, könnte diese die Ummantelungen recht schnell durchscheuern. Durch das Brett werden die Kabel am Motor vorbei geführt.
Man soll nicht glauben, dass man fast eine Stunde nur damit verbringen kann, die genaue Länge der Motor-Anschlussleitungen herauszufinden. Immerhin hat der Motor auch Stecker - und die müssen auch irgendwo hin, und der Platz hinter der Spundwand (= Brettchen ^^) ist arg begrenzt.




Im Heck installierte ich nun noch den Kühlwasser-Einlass, ein bodenebenes Staudruckrohr. Die Leistung des Bootes durch die kleinen Propeller ist arg begrenzt, da bedarf es keiner unnötigen Strömungswiderstände am Rumpfboden...
Es handelt sich hierbei übrigens um ein 4x0,5mm Messingrohr...




Damit das Getriebe nicht nach vorn aus seinem Holzgerüst fällt, wurde ein Aluminiumwinkel mit einigen Bohrungen versehen...




Die Aussparung oben und die Bohrung unten links sind nur Platzhalter für die Getriebewellen. Die beiden anderen Bohrungen hingegen beherbergen fortan Gummi-Kabeldurchführungen, hier als Anschlag- und Vibrationspuffer missbraucht ^^.
Im Grunde ganz einfach: Das Getriebe bleibt von sich nicht im Position. Der Motor ist schwer genug, dass es von selbst nach hinten kippen will.
Ich habe das Getriebe nun also manuell tief in seinen Sitz gedrückt, der Winkel erledigt dann den Rest. 3 Schrauben am Boden reichen zur Fixierung aus.




Momentan stehen die Pseudo-Wellen (2mm Messing) noch wahllos aus dem Rumpfboden heraus. Ebenso das Staudruckrohr...




Damit das nicht so bleibt, beschliff ich das Röhrchen bodeneben. Dauert eine Weile, macht im Resultat aber nicht nur eine gute und moderne Optik, es rechnet sich auch beim Fahren...





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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Di 1 Nov 2016 - 16:00

Weiter geht's:

Vor einigen Wochen berichtete ich über die Anfertigung der Antriebswellen-Abstützungen, packte diese jedoch unbearbeitet beiseite.
Nun war es an der Zeit, mich diesen noch einmal zu widmen...

Zunächst der Rohzustand:




Die Hartlotstellen wurde nun beidseitig mit der Feile geebnet und mit 2000er Schleipapier nachbearbeitet - alle tieferen Riefen entfernt.
Nun noch ein wenig aufpoliert...




Mit Loctite wurden nun noch die Kugellager eingeklebt, jeweils 2 Stück in jeder Abstützung, jedoch nur eine in die Stevenrohre...
Nur eines aus dem Grund, da eine genaue Position des Lagers noch nicht absehbar ist...




Nun konnten die Bauteile eingesetzt werden. Hierzu fertigte ich Pseudo-Antriebswellen, bestehend aus 2mm Messingdraht, an. Die Edelstahl-Antriebswellen wollte ich hierfür nicht verwenden - es bestünde die Gefahr einer Beschädigung.
Es wurde nun alles aufgereiht. Zuerst die Wellen in den Kupplungen eingesetzt, dann die Stevenrohre und abschließend die Abstützungen aufgeschoben und in der Befestigungslasche am Unterboden eingerastet.






Hierzu die passende Unterseite Wink.
Die Stevenrohre mussten so ausgerichtet werden, dass sie nicht im im gleichen Winkel stehen, sondern auch in der gleichen Länge nach über den Rumpf stehen - ca. 1mm.




Aus einem ausgedienten Aluminiumrest fertigte ich eine Abstandslehre - Bohrungsabstand 40mm, genau wie die Abtriebswellen des Getriebes.




Es ist nur schwer zu erkennen: Der Unterboden wurde nun vollständig mit PU-Klebeband abgedichtet...




Ich war mir nicht mehr ganz sicher, ob das mehr als 5 Jahre alte Epoxydharz noch seinen Dienst tut...
Die Wellen- und Abstützungsbohrungen goss ich zuerst mit dem Harz aus, der Rest wurde mit Baumwollflanken zu einer streichbaren Paste angemischt und großflächig stabilisierungen verstrichen...

Und wo ich gerade dabei war, bekam der Kühlmitteleinlass auch gleich einen stabilisierenden Schwung Mumpe ab ^^




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BeitragThema: Re: Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr   Di 1 Nov 2016 - 17:04

Hallo Maik,
Klasse gemacht! Und du bist immer noch sicher, dass das Ding schwimmt? scratch

Günter
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Projekt TWINS: Sportboot-Zwillinge gebaut von Maik Mohr
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